Dieses Spiel zeigt, wie schrecklich Krieg ist

Keine Spur von plattem Hurra-Patriotismus: In diesem Indie-Titel geht es einfach nur ums nackte Überleben.
In Games dient der Krieg oft als Hintergrund für aufregende Heldengeschichten und Blockbuster-Action. Dass Konflikte aber vor allem Elend und Tod bringen, zeigen meist eher die kleinen Titel – so wie This War of Mine, das jetzt als Complete Edition für Nintendo Switch erhältlich ist.

Das Indie-Game lässt den Spieler nicht in die Schuhe kerniger Soldaten schlüpfen, sondern legt das Schicksal von Zivilisten in seine Hände. Die eigenen Entscheidungen bestimmen das Schicksal der Charaktere – es geht um Leben und Tod.

Unvorhersehbar

Im klassischen Spielmodus wird man in ein Szenario geworfen, das man vorab nicht abschätzen kann. Dazu trägt vor allem die zufällige Gruppe an Überlebenden bei – alle mit eigenen Charakteristiken und Persönlichkeiten. Das Ziel ist einfach: überleben, bis ein Waffenstillstand der beiden Konfliktparteien ausgerufen wird. Wann? Das ist unklar. Dabei muss man sowohl mit Ressourcen haushalten als auch das Wohlbefinden seiner Schützlinge im Auge behalten.

Tagsüber ist es tödlich, sich aus den zugigen, teils zerstörten Gebäuden zu wagen. Doch in der Nacht kann man die Überlebenden auf die Suche nach Ressourcen schicken – natürlich unter ständiger Gefahr. Die enthaltene Erweiterung "The Little Ones" erleichtert die Lage nicht. Denn das Addon führt Kinder als Überlebende ein – und die können weniger als die Erwachsenen. Sie lernen zwar, bei leichten Aufgaben auszuhelfen, sind aber – nüchtern betrachtet – eine Belastung.

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Der Story-Modus ist weniger "frei". Hier werden vordefinierte Handlungen mit berührenden Schicksalen erzählt – etwa mit Adam, der auf der Suche nach seiner entführten Tochter Amelia ist. Hier wartet eine Erfahrung, bei der man vom Spiel etwas mehr an der Hand durch das Geschehen geführt wird.

Das alles wird in einer zum Thema passenden deprimierenden Optik vermittelt. Die einem Diorama ähnelnde Spielwelt ist in grünen, orangen oder blauen Grautönen gehalten, echte Farbe sieht man eigentlich nur, wenn Gefahr im Verzug ist. Dazu kommt die deprimierende Musik, mit der die Stimmung verlässlich im Keller bleibt. Die Umsetzung auf Nintendo Switch ist gelungen – das Game läuft sowohl auf dem Fernseher als auch im Handheld-Modus flüssig.



Fazit: Herrlich spaßbefreit

This War of Mine stellt den Spieler nicht nur vor Entscheidungen, etwa wer medizinisch versorgt wird oder etwas zu Essen bekommt. Man muss auch mit ihnen leben. Doch egal für welchen Weg man sich oftmals unter Zeitdruck entscheidet: Irgendwie hat man immer das Gefühl, falsch gehandelt zu haben. Und das ist gut so, denn Krieg macht keinen Spaß und kennt wenige Helden. This War of Mine macht sich da keine Illusionen. (lu)

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