"Schulen sind eigentlich Infektionsherd für Grippe"

Schrittweise wird Österreich wieder zur Normalität geführt. Das könnte aber auch irreführend sein.
Ab dem 2. Mai werden alle Geschäfte wieder öffnen. Klar ist mittlerweile auch: Ab dem 15. Mai werden Restaurants wieder ihre Tische decken. Und zwar bis 23 Uhr. Zeitgleich werden auch die Schulen Schritt für Schritt hochgefahren.

Maßnahmen, die Gesundheitsökonom Thomas Czypionka befürwortet, wie er in der ZiB2 betont: "Es ist wichtig schrittweise zu lockern". Er verweist dabei auf die 14-tägigen Intervalle. In dieser Zeit könne man immer wieder nachschauen, inwiefern sich die Zahlen ändern. Steigen die Infektionen wieder, wird man wohl erneut die Bremse anziehen.

"Schulen zu öffnen ist wichtig"

Besonderes Augenmerk wird wohl auch darauf gelegt werden, wo die Infektionen aufflammen, falls sie es tun. Ebenfalls wird man sich ansehen, welche Personen betroffen wären. "Bei Jüngeren müsste man sich weniger Sorgen machen", so Czypionka. Vor jeder Lockerung würde man die Daten auswerten.

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Ein wenig Kritik übt der Gesundheitsökonom in Hinblick auf die Daten. Denn für die Forschung stehen nur wenige zur Verfügung. Erst in der Zeit der Bewegungseinschränkungen bekam man Daten von der Sozialversicherung zur Auswertung.

Ob es klug ist die Schulen als letztes zu öffnen, könne Czypionka nicht bewerten. Dänemark öffnet diese beispielsweise als erstes. Jedoch betont der Gesundheitsökonom, dass Schulen üblicherweise ein Grippeherd sind. "Das muss jetzt zwar nicht so sein, aber irgendwo muss man anfangen", so Czypionka. Wichtig sei es aber in jedem Fall die Schulen zu öffnen. Denn viele Kinder könnten zu Hause nicht richtig lernen.

"Wir könnten fahrlässig werden"

Eine weitere Frage, die noch bleiben wird: Haben die Ausgangssperren überhaupt einen Effekt? Denn in Relation sind die Zahlen in Österreich mit jenen in Deutschland und Schweden ungefähr vergleichbar. Jedoch haben die zwei Länder völlig unterschiedliche Maßnahmen gewählt. Schweden ging sogar komplett locker mit dem Virus um. Verzichtete auf jegliche Sperren und Schließungen. Czypionka dazu: "Man kennt nicht die Effektivität der Maßnahmen". Diese müsse noch erforscht werden. Er sei überzeugt davon, dass das Einhalten der Abstände und die Masken geholfen hätten.

Czypionka warnt aber auch: "Wir könnten jetzt fahrlässig werden". Denn die Zahlen gehen zwar nach unten, eine zweite Welle sei aber möglich. Besonders bei der Wiedereröffnung der Büros müsste man aufpassen. Man dürfte die Leute nur schrittweise hineinlassen, um keine Infektion von allen Mitarbeitern zu riskieren.

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