Alles Fake? Tierrettung im Netz ist Lug und Trug

Vermeintliche Tierrettungsvideos, oder auch "zufällig" mitgefilmte Tierquälerei-Videos bringen Umsatz.
Vermeintliche Tierrettungsvideos, oder auch "zufällig" mitgefilmte Tierquälerei-Videos bringen Umsatz.(Symbolbild) Getty Images/iStockphoto
Eine Studie der Social Media Animal Cruelty Coalition (SMACC) macht beunruhigende Zahlen für tierquälerische Videos auf Youtube & Co öffentlich. 

Alles für den Klick! Dass sich unsere Gesellschaft mehr mit der Youtube-, Facebook-, Instagram- und TikTok-Filterbrille identifiziert und weniger mit der Realität abseits des Blaulichts, ist leider ein Zeichen der Zeit. Auch nicht ungewöhnlich ist die Tatsache, dass sich User teilweise für das perfekte Selfie, die actiongeladenste Story, oder das kreativste Reel in lebensgefährliche Situationen bringen. Jeder "Furz" erscheint in der Hoffnung einen viralen Hit zu landen online und selbst für Experten ist nicht immer eindeutig, ob ein Video oder Foto nun der Wahrheit entspricht oder gekonnt inszeniert wurde.

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Todesgefahr für den Umsatz

Eine Studie der Social Media Animal Cruelty Coalition (SMACC) spricht jetzt allerdings über einen ganz bestimmten Bereich im Internet Klartext: Tierrettung und Tierquälerei. Anscheinend macht man auch vor illegalen Handlungen nicht Halt und bei 77,5 Prozent von tierquälerischen Videos -  die Mitleid, Emotionen und manchmal sogar Spenden lukreieren sollen - wurden Tiere beabsichtigt in Todesgefahr gebracht.

Vermeintliche Tierrettungsvideos, bei denen Tiere vor laufender Kamera entdeckt und aus misslichen Situationen befreit werden, zählen zu den besonders beliebten Inhalten in den Sozialen Medien. Affen, die aus unerfindlichen Gründen umschlungen von einer Schlange vorgefunden werden, oder ein ganzer Wurf Welpen, der unter Schutt und vollkommen mit Teer verklebt gefunden wird – die Liste ist endlos. „Dass die überwiegende Mehrzahl dieser Videos inszeniert ist und Tiere geplant qualvollen Dingen ausgesetzt werden, nur um Unsummen an Umsatz zu generieren, ist vielen nicht bewusst“, bedauert MMag. Dr. Madeleine Petrovic Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins (Tierschutz Austria).

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Wieso werden Videos nicht gesperrt?

YouTube bekommt gut 45% der Einnahmen jedes Videos. Dabei wird geschätzt, dass bei 2.000 analysierten Videos, die YouTuberInnen selbst circa 15 Millionen Dollar und YouTube etwa 12 Millionen Dollar Profit machten [3]. Auch wenn YouTube auf seine strengen Community Richtlinien verweist, die auch Tierquälerei verbieten und routinemäßig gemeldete Videos löscht, braucht es nur wenige Klicks und Suchbegriffe, um hunderte solcher Videos auf der Plattform zu finden.

„Wir fordern, dass betreffende Unternehmen endlich auch für Tierwohl in die Pflicht genommen werden. Bereits geltende Gesetze und Richtlinien müssen stärker auf ihre Einhaltung hin kontrolliert werden und bei Verletzung müsse schärfer sanktioniert werden".

Petition

Um der Forderung Nachdruck zu verleihen, startet Tierschutz Austria nun eine Petition, um auf das Problem aufmerksam zu machen. Auch als User hat man selbst die Möglichkeit Videos, Kommentare und Beiträge zu melden und somit gezielt auf Tierquälerei hinzuweisen.

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