Die drei häufigsten Krankheiten beim Meerschweinchen

Tierrechtsorganisation PETA gibt Tipps zur Vorbeugung der drei häufigsten Krankheiten von Meerschweinchen.
Tierrechtsorganisation PETA gibt Tipps zur Vorbeugung der drei häufigsten Krankheiten von Meerschweinchen.(Symbolbild) Getty Images/iStockphoto
Meerschweinchen zählen nach wie vor zu den beliebtesten "Einsteiger"-Haustieren. Vor allem für Kinder sind sie in der Regel robust und pflegeleicht.

In einer artgerechten Umgebung können Meerschweinchen zwischen sechs und acht Jahre alt werden. Genug Zeit, um auch einmal krank zu sein. Wie du bereits eine der drei typischen Meerschweinchen-Krankheiten im Frühstadium erkennst, erklärt uns Fachreferentin für tierische Mitbewohner der Tierrechtsorganisation Peta, Jana Hoger.

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Zunächst muss man einmal wissen, dass man Meerschweinchen - ebenso wie Kaninchen - niemals alleine halten darf. Es handelt sich nämlich um soziale Tiere, die ohne Artgenossen sogar an Vereinsamung und Langeweile sterben können. Hier liest du die wichtigsten Merkmale und wie man auf geringe Änderungen reagieren sollte:

1.Zähne

Die Zähne von Meerschweinchen wachsen ein Leben lang. Erhalten Tiere die falsche Nahrung oder leiden sie an zuchtbedingten Körpermerkmalen, nutzt sich ihr Gebiss oftmals nicht richtig ab; dies kann zu Zahnfehlstellungen, Zahnanomalien oder einer Zahnüberlänge führen. Nicht selten verhungern Meerschweinchen mit Zahnbeschwerden vor einem gefüllten Napf.

Betroffene Tiere essen immer weniger bis gar nichts, wirken teilnahmslos und verlieren an Gewicht. Sie sondern vermehrt Speichel ab und haben eine verklebte Mund- und Halspartie. Zudem haben sie oftmals Durchfall oder Verdauungsstörungen, knirschen mit den Zähnen, wühlen in der Nahrung, zeigen ständig Hunger und leiden häufig an Augenausfluss.

Bei Verdacht sollte dringend eine auf Zähne spezialisierte tierärztliche Praxis aufgesucht werden. Als Vorsorge empfiehlt es sich, die vorderen Schneidezähne von Meerschweinchen regelmäßig kontrollieren zu lassen. Ebenso sollten Halterinnen und Halter die Tiere einmal pro Woche wiegen.

Wenn Meerschweinchen unter Zahnproblemen leiden, muss zunächst sichergestellt werden, dass genug raufaserreiches Essen wie beispielsweise Heu, Gras oder Kräuter zur Verfügung steht. Gewichtsveränderungen sollten zusätzlich immer tierärztlich abgeklärt werden. Da die Tiere einen empfindlichen Verdauungstrakt haben, kann eine Nahrungsverweigerung schnell lebensgefährliche Konsequenzen haben. Bei genetischen Zahnproblemen ist es nötig, die Zähne regelmäßig von auf Zahnbehandlungen spezialisiertem tierärztlichen Fachpersonal kürzen zu lassen.

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2.Krebserkrankungen

Genau wie Menschen sind auch Meerschweinchen häufig von Krebs betroffen, männliche und weibliche Tiere können Tumore entwickeln. Etwa 90 Prozent der weiblichen Meerschweinchen haben die sogenannten Ovarialzysten. Nur ein Teil zeigt jedoch Symptome, die dann auch behandelt werden müssen. Meerschweinchen sollten von ihren Halterinnen und Haltern regelmäßig vorsichtig abgetastet werden.

Tumore sind durch eine Verdickung oder die Geschwulstbildung unter der Haut erkenn- und ertastbar. Die Geschwüre treten einzeln oder vermehrt auf und können gut- oder bösartig sein. Ovarialzysten bilden sich an den Eierstöcken und werden häufig dann bemerkt, wenn sich der Bauchumfang der Tiere – wie bei einer Schwangerschaft – plötzlich vergrößert oder sich Haarausfall entlang der Flanken bildet.

Bei ersten Anzeichen sollte umgehend eine tierärztliche Praxis aufgesucht werden. Vor einem Eingriff wird mittels einer Röntgenaufnahme und eingehender Untersuchung geklärt, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist und ob sich bereits Metastasen gebildet haben.

3.Ballenentzündung

Infolge von Haltungs- und Ernährungsfehlern und oftmals in Verbindung mit anderen Erkrankungen können Meerschweinchen aufgrund von Fehlbelastung schmerzhafte Ballenentzündungen entwickeln. Diese betreffen nicht nur die oberflächliche Haut, sondern oftmals auch die darunter liegenden Schichten bis hin zum Knochen. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von Übergewicht (weibliche Meerschweinchen sind häufiger betroffen), Bewegungsmangel, der Haltung auf einem zu harten und feuchten Boden, einem zu kleinen Käfig bis hin zu Vitaminmangel oder zu langen Krallen.

Im Anfangsstadium zeigt sich oftmals nur eine leichte Rötung an den Ballen. Bleiben diese Reizungen unbehandelt, wird die Haut empfindlicher und rissig. Kleine Verletzungen lassen anschließend Bakterien in das Gewebe eindringen. Die Folge sind Schwielen an den Füßen, Sohlengeschwüre oder schwere Entzündungen, die nicht selten Sehnen und Knochen angreifen.

Sobald Veränderungen an den Füßen bemerkt werden, sollte umgehend eine tierärztliche Praxis aufgesucht werden, da sich das Krankheitsbild schnell verschlechtern kann. Hier empfiehlt sich, anhand eines Röntgenbildes die Schwere der Erkrankung festzustellen.

Ballenentzündungen benötigen intensive medizinische Pflege. Im Anfangsstadium helfen Haltungs- und Speiseplanoptimierung sowie Wund- und Heilsalben und ein schützender Verband. Sollten sich jedoch bereits eitrige Ekzeme oder Abszesse gebildet haben, wird die Behandlung intensiver. Hier erstellt die tierärztliche Praxis einen entsprechenden Behandlungsplan und setzt Schmerzmittel und Antibiotika ein.

Klein aber oho

Ja, auch Kleintiere gehören einmal jährlich zum Tierarzt für einen Check-Up. So erspart man sich vermutlich viel Geld und Tränen, wenn die kleine Meersau bereits im Frühstadium gut behandelt werden kann. Das solltest du immer tun: Natürlich bereits bei der Anschaffung die Augen offen zu halten. Auch bei Meerschweinchen gibt es dubiose Züchter, die Inzest-Verpaarungen an den Mann bringen, oder das Tier kommt von weiß Gott woher. Gerade bei Kleintieren lohnt sich auf alle Fälle der Blick zuerst ins Tierheim, denn dort warten bestimmt handzahme und gesunde Exemplare auf neue Besitzer.

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