Wildtiere

"Hiermit erkläre ich Sie zu Mann und ... Krokodil"

Eine besondere Tradition überrascht jährlich aufs Neue: Ein mexikanischer Bürgermeister heiratet ein weibliches Krokodil. 

Christine Kaltenecker
Der Bürgermeister einer mexikanischen Ortschaft heiratete ein Krokodil.
Der Bürgermeister einer mexikanischen Ortschaft heiratete ein Krokodil.
©Glomex

Seit 230 Jahren wird in der südmexikanischen Ortschaft San Pedro Huamelula eine ganz bestimmte Tradition gefeiert: Der amtierende Bürgermeister heiratet symbolisch ein weibliches Krokodil um die friedvolle Vereinigung zweiter Kulturen darzustellen. Die erste Hochzeit fand zwischen zwei indigener Gruppen statt, die auf diese Weise einen Konflikt lösen konnten. Der Brauch soll dem Dorf auch Wohlstand und Glück bringen. 

"Wir sind sehr glücklich über diese Heirat und das gesamte Dorf feiert mit ..." 

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    Am leichtesten erkennt man das <strong>Krokodil</strong> an den Zähnen - Bei Krokodilen sieht man bei geschlossenem Maul die <strong>untere UND obere Zahnreihe</strong> - vor allem der 4. untere Zahn fällt auf und ragt über Oberkiefer.
    Am leichtesten erkennt man das Krokodil an den Zähnen - Bei Krokodilen sieht man bei geschlossenem Maul die untere UND obere Zahnreihe - vor allem der 4. untere Zahn fällt auf und ragt über Oberkiefer.
    Getty Images/iStockphoto

    Bürgermeister Víctor Hugo Sosa gab seiner bunt gekleideten "Braut" nach der Zeremonie auch ein Küsschen auf den Kopf, bevor die Krokodilsdame mit jedem Dorfbewohner "tanzen" musste. "Wir sind sehr glücklich über diese Heirat und feiern heute die Vereinigung zweiter Kulturen", so der Bürgermeister. Dorfchronist Jaime Zarate Escamilla erklärte auch die sympathische Zweitbedeutung der unüblichen Hochzeit, denn mit dieser Verbindung sei auch ein erneutes Band zu Mutter Erde geknüpft worden, die man um gut keimende Samen und genug Regen bitten würde. 

    Tierschützer finden die Tradition allerdings nicht mehr zeitgemäß, denn immerhin trägt das verkleidete Krokodil den ganzen Tag eine Maulschlaufe um Bissverletzungen zu vermeiden. Artgerecht ist der Brauch also nicht. 

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