Wildtiere

Nach sieben Jahren gekrauster Nachwuchs in Schönbrunn

Die Freude im Tiergarten Schönbrunn ist besonders groß: Nachwuchs der gefährdeten Krauskopfpelikane ist unerwartet gleich dreifach geschlüpft. 

Christine Kaltenecker
Die Krauskopfpelikane sorgten für völlig unerwarteten Nachwuchs im Tiergarten Schönbrunn 
Die Krauskopfpelikane sorgten für völlig unerwarteten Nachwuchs im Tiergarten Schönbrunn 
©Daniel Zupanc 

Schönheit liegt natürlich immer im Auge des Betrachters, aber besonders farbenfroh, oder anmutig wirken die grauen "Krauskopfpelikane" nicht. Auch die Jungtiere würde wohl bei keinem Beauty-Contest aufs Stockerl gewählt werden, haben aber eine viel wichtigere Botschaft. Ursprünglich in Südosteuropa und Asien verbreitet, stehen die weltweit größten Pelikane nämlich seit 2017 auf der Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation und sind als "gefährdet" eingestuft. Umso größer also die Freude im Tiergarten Schönbrunn über den unerwarteten Nachwuchs. 

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    Mit einer Flügelspannweite von rund drei Metern ist der Krauskopfpelikan die größte Pelikanart.
    Mit einer Flügelspannweite von rund drei Metern ist der Krauskopfpelikan die größte Pelikanart.
    ©Daniel Zupanc

    Erhaltungszuchtprogramm? Check! 

    In Zoos wird der Vogel mit drei Metern Flügelspannweite nur selten gezüchtet, im Tiergarten Schönbrunn ist es aber endlich wieder geglückt. "Wir sind ganz aus dem Häuschen", so Tierpflegerin Kathrin Stoiser. 2018 wurde im Wiener Zoo eine neue Pelikan-Gruppe gegründet, die über das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) mittlerweile auf zehn Tiere angewachsen war. "Pelikane sind Koloniebrüter. Sie schätzen die Sicherheit der Gruppe. Wir dachten, dass unsere Gruppe noch zu klein wäre und haben nicht mit einer Nachzucht gerechnet. Zuletzt sind jedoch Pelikane aus dem Zoo Salzburg dazugekommen, die einst bei uns geschlüpft sind. Es war vielleicht hilfreich, dass sie an die Routine und den Hausgebrauch auf unserer Pelikaninsel gewöhnt waren".

    Drei Küken mit Glatze

    Hauptursachen für die Gefährdung der großen Pelikane sind die Verdrängung aus dem Lebensraum sowie dessen Verlust und die Störungen durch Fischer und Touristen. Im Tiergarten Schönbrunn gibt es aktuell drei Küken, die ab Ende März geschlüpft sind. Ein Tipp der Pflegerin: "Beide Elternteile wärmen die Küken abwechselnd. Am besten kann man die Kleinen sehen, wenn sich die Eltern gerade am Nest ablösen und wenn sie die Kleinen mit vorverdautem Fisch füttern". Ihren Namen verdanken die Krauskopfpelikane den gekräuselten Federn am Kopf. Die Mini-Pelikane sind nach dem Schlupf aber komplett nackt und somit auch noch kleine Glatzköpfe.

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