Aktivisten zitieren Türkis-Chef Kurz in den Gerichtssaal. Vorwurf: Türkis möchte mit neuem Gesetz nicht Tierquäler sondern Tierschützer ins Gefängnis bringen.
Aktivisten vom Verein gegen Tierfabriken (VGT) fordern mit einer nachgestellten Gerichtsverhandlung auf der Wiener Mariahilfer Straße zum heutigen internationalen "Tag der Tierrechte" mehr Tierschutz in Österreich.
Zudem kritisieren die Tierschützer lautstark ein still und leise geplantes Gesetz, das das heimliche Filmen in Tierfabriken mit bis zu einem Jahr Gefängnis bestrafen soll. Den entsprechenden Antrag brachte Türkis noch eilig im Sommer in der letzten Nationalratssitzung ein. Die Gesetzesverschärfung scheiterte jedoch vorerst am "Nein" der anderen Parteien. "Heute" berichtete.
„ " Wir plädieren heute nicht nur für besseren Tierschutz wie ein Vollspaltenverbot in der Schweinehaltung, sondern auch für Pressefreiheit im Investigativjournalismus zu Tierquälerei!"“
, so VGT-Obmann Martin Balluch.
Die Aktivisten verkleideten sich im nachgestellten Obergerichtssaal als "Nutztiere", die in einem Käfig sitzen. In den Händen halten sie Plakate wie "Tierschutz ist kein Verbrechen", "Ich will nicht als Milchmaschine dienen" oder "Tiere müssen geschützt werden". Im nachgestellten Saal des Obersten Gerichtshofs klagt VGT-Obmann Martin Balluch die Rechte der Tiere ein.
Der (natürlich nicht echte) Alt-Bundeskanzler Sebastian Kurz sitzt auf der Anklagebank. Der Vorwurf: Statt diejenigen zu bestrafen, die Tiere quälen, versuche Türkis ein Gesetz durchzuboxen, das Menschen bestraft, die Tierquälerei öffentlich machen. Der Fake-Kurz hält ebenfalls Schilder in der Hand; "Tierschützer gehören bestraft" und "Ich will ein Tierqualvertuschungsgesetz".
„ „Die Strategie der Tierindustrie heutzutage ist es, ihren missbräuchlichen Umgang mit Tieren vor den Augen der Öffentlichkeit zu verbergen....",“
kritisiert VGT-Obmann Martin Balluch. "Die ÖVP mit Sebastian Kurz" versuche, "das Recherchieren der Zustände mit Gewalt zu unterbinden".
Die Tierschutz-Aktivisten werfen die Frage in den Raum, ob sich Konsumenten nur noch über inszenierte Fleischwerbung zum Thema Fleischproduktion und Haltungsbedingungen informieren dürfen? Denn nicht Werbung, sondern heimlich gefilmte Aufnahmen aus Schlachtbetrieben haben in der Vergangenheit immer wieder dafür gesorgt, das Gesetze verschärft, Betriebe geschlossen und Konsumenten für das Thema Tierschutz sensibilisiert wurden.
Beim Thema Tierversuche geben sich Betreiber noch zugeknöpfter als Schlachtbetriebe. Erst kürzlich führte die Veröffentlichung von Undercover-Aufnahmen der "Soko Tierschutz" zur Schließung eines der größten Tierversuchslabore Deutschlands, dem LPT. Die schockierenden Aufnahmen und Praktiken aus dem Labor gingen um die Welt. "Heute" berichtete. "Tierversuchslabors sind abgesichert wie Fort Knox, die Tierversuchsfirmen halten ihre Experimente geheim und die Tierfabriken wollen jetzt nachziehen...", kritisiert Balluch.
„ "Niemand soll mehr objektive Informationen über den Umgang mit den Tieren erhalten."“
, empört sich Balluch in einer aktuellen Aussendung.
Am Ende der inszenierten Verhandlung urteilte die Richterin für die Tiere, die anschließend aus dem Käfig befreit wurden. Die Foto der Aktion sieht du (oben) in der Bildergalerie.