Österreich

Tigerlady vor Gericht: 600 Euro Geldbuße

Heute Redaktion
13.09.2021, 15:40

Am Montag musste Jagmur S. (34) in Korneuburg auf die Anklagebank. Sie hatte jene zwei Tigerbabys gehalten, die ganz Österreich bewegt hatten. Sie kam mit einer Diversion davon.

Großer Andrang am Landesgericht Korneuburg Montagmittag: Denn Jagmur S. musste wegen eines Verstoßes gegen das Artenhandelsgesetz auf die Anklagebank. Der Strafrahmen dabei: Bis zu zwei Jahre Haft.

Wie berichtet hatte die slowakische Krankenschwester zwei Tigerbabys in der Badewanne ihrer Wohnung in Hainburg (Bezirk Bruck) gehalten. Eine Tierschützerin sah ein Video davon, verständigte die Polizei, die Beamten bzw. die Bezirkshauptmannschaft veranlasste die Abnahme der Tiere.

Rund zwei Wochen kämpften die Raubkatzerl, unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit, im Zoo Schönbrunn ums Überleben. Leider schafften es die beiden Geschwister nicht, auch die dritte Raubkatze (wurde gesondert gehalten) starb.

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Vor Gericht in Korneuburg war Anwalt Wolfgang Blaschitz anfangs auf einen Freispruch aus. Der Strafverteidiger meinte im Vorfeld des Prozesses: "Der medizinische Bedarf für die Pflege war gegeben, die Mandantin profitierte ja nicht von den Tigern."

Diversion

Die Verhandlung selbst war in nicht einmal 30 Minuten erledigt. Dem Richter ging es vor allem um den Transport der Tiger (darin sah er den Verstoß gegen das Artenhandelsgesetz), der Richter forderte von der Angeklagten eine Verantwortungsübernahme.

Nach kurzer Beratung legte die Slowakin ein Tatsachengeständnis ab. Urteil: 600 Euro Geldbuße im Rahmen einer Diversion. Das heißt, die 34-Jährige bleibt unbescholten, bezahlt sie den Geldbetrag, ist die Sache erledigt.