Auf die Suche nach Frauen machten sich die beiden Straftäter auf Tinder-App. Nach längeren Gesprächen gewannen sie das Vertrauen der Frauen und täuschten eine Beziehung zu ihren Opfern vor.
Dabei verheimlichten sie erst gar nicht, im Häfen zu sitzen, sondern nutzten den Umstand vielmehr aus, um nach Geld zu fragen. Zunächst ging es um kleinere finanzielle Mittel in Form von Telefonwertkarten, geringen Geldüberweisungen und Gutscheinen. Die Frauen waren schnell bereit, ihren Herzblättern zu helfen.
Als die Frauen zunächst kleine Beträge überwiesen, wurden die vermeintlichen Täter aber immer frecher und forderten mehr Geld. Als Gründe nannten sie Auseinandersetzungen mit anderen Häftlingen, weshalb sie "Schutzgeld" benötigen würden oder dass wegen vorgetäuschtem Raufhandel nun eine notwendige Operation bevorstehe, die zu bezahlen sei.
Die zwei Beschuldigten versuchten, den finanziellen Schaden zu verschleiern, indem sie den Opfern zeitweise von anderen Opfern Geld zukommen ließen und diese so die Übersicht über ihre Kontovorgänge verloren. Zudem versprachen sie sämtliche Überweisungen nach der Haftentlassung zu begleichen, da sie sehr vermögend seien.
Das erworbene Geld verprassten die zwei Häftlinge online auf unterschiedlichen Wettportalen.
Einige Überweisungen gingen auch an Angehörige der Beschuldigten für die nicht rechtmäßige Beschaffung und Einschleusung von Mobiltelefonen in die Justizanstalt.
Eines der Opfer, die den Kontakt zu einem der Häftlinge bereits beendet hatte, wurde nachträglich von einem fremden Mann kontaktiert, der sie nötigte, erneut Kontakt mit dem Häftling aufzunehmen, da ansonsten Fotos und Videos an Angehörige übermittelt werden.
Aufgrund der Tatsache, dass es sich bei den Tätern um Häftlinge handelte, sind die Opfer teilweise umgezogen oder haben ihre Arbeitsstelle und Telefonnummern gewechselt.