Im jüngsten nationalen Bildungsbericht schneidet Tirol in einem Punkt besonders schlecht ab. Bei den Schulabbrechern liegt Tirol mit 10,9 Prozent im Bundesvergleich an der Spitze. Eine eindeutige Erklärung dafür gibt es nicht.
Im jüngsten nationalen Bildungsbericht, den Ministerin Clausdia Schmied am Montag präsentierte, schneidet Tirol in einem Punkt besonders schlecht ab. Bei den Schulabbrechern liegt Tirol mit 10,9 Prozent im Bundesvergleich an der Spitze. Eine eindeutige Erklärung dafür gibt es nicht. Und: Die Anzahl der Schüler mit Mifrationshintergrund steigt dramatisch.
Nach Beendigung der Schulpflicht mit 15 Jahren scheinen in Tirol 10,9 Prozent in gar keiner Schule mehr auf, auch nicht in einer Berufsschule. Für diese Zahlen habe die Statistik Austria zwei Schuljahre hintereinander ausgewertet, über die Sozialversicherungsnummer sei der Schulabbruch ermittelt worden. Eine weitere Interpretation könnte sein, dass der Arbeitsmarkt in Tirol auch ungebildete Arbeitskräfte aufnehme.
Anzahl der Schüler mit Migrationshintergrund steigt
Rund 207.000 Kinder mit einer anderen Muttersprache als Deutsch besuchten 2010/11 Österreichs Schulen - doppelt so viele wie im Jahr 1995. In der 4. Schulstufe kommen 3 Prozent der Schüler aus Familien, in denen Deutsch keine Alltagssprache ist, weitere 22 Prozent leben in mehrsprachigen Familien, in denen teilweise Deutsch gesprochen wird. Betrachtet man nur Schüler mit Migrationshintergrund, sprechen 84 Prozent zu Hause Deutsch, allerdings meistens neben einer weiteren Sprache (68 %). Jedes sechste Kind dieser Gruppe spricht in seiner Familie kein Deutsch.
Österreichweit gehören ein Drittel der Kinder der 4. Schulstufe zu mindestens einer der drei sozialen Gruppen mit erhöhtem Bildungsrisiko: nichtdeutsche Alltagssprache, bildungsferner Haushalt und/oder niedriger Berufsstatus der Eltern. In den urbanen Zentren ist dies knapp die Hälfte aller Kinder, auf dem Land lediglich jedes Fünfte.