Ischgl-Skandal: Immer heftigere Kritik an Tirol

Am Montag wurde die gesamte Arlberg-Region abgeriegelt. Derweil sorgt die Vorgangsweise der Behörden in Tirol für immer heftigere Kritik, auch aus dem Ausland.
Am Montag zogen die Behörden endgültig die Notbremse: Die Arlberg-Region wurde abgeriegelt und zur Quarantäne-Region erklärt. Die Orte St. Anton, Lech, Warth, Schröcken und Stuben darf niemand mehr verlassen, auch die Touristen müssen bleiben. Die Einreise ist untersagt. Personen, die in den vergangenen 14 Tagen in diesem Gebiet waren, müssen in häusliche Quarantäne – behördlich verordnet, nicht freiwillig, wie Vorarlbergs Landeschef Wallner betonte.

Der Skandal von Ischgl – die Behörde verharmloste den ersten Corona-Fall, Hunderte Skiurlauber wurden angesteckt und verbreiteten das Virus in halb Europa – sorgt international für Kritik. "Die Gier hat gesiegt", titelte die deutsche "Welt". Laut "Standard" halfen die Behörden noch, nach der Sperre von St. Anton und dem Paznauntal die gestrandete Urlauber auf Tirol zu "verteilen" – ohne zu prüfen, ob sie infiziert sind oder nicht. Übrigens kommt Sölden demnächst in Quarantäne.

Tirols Gesundheitslandesrat Tilg (ÖVP) verteidigte in der "ZIB 2" wortreich, aber wenig überzeugend diese Vorgangsweise: "Wir haben alles richtig gemacht." Dass sich die Bergbahn-Lobby durchgesetzt habe, stimme nicht. Aber sogar Tilgs Tiroler Parteifreundin, Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck, kritisierte, dass die Lifte erst Sonntag zusperrten.

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