Am Dienstag gegen 13 Uhr ging bei der Polizei ein brisanter Anruf ein: Eine 20-Jährige aus dem Bezirk Schärding gab an, dass sie und ihre 58-jährige Mutter vom Ehemann der Mutter in der Wohnung festgehalten würden. Das gab die Exekutive jetzt bekannt.
Der Verdächtige, ein 66-jähriger deutscher Staatsangehöriger, habe stets ein Messer bei sich oder in Griffweite. Außerdem soll er vier Schusswaffen besitzen, erklärte die 20-Jährige laut Polizei.
Mehrere Polizeistreifen wurden sofort zur Wohnung geschickt. Vor Ort richteten die Einsatzkräfte eine Einsatzzentrale ein, auch die Cobra und die Schnelle Interventionsgruppe (SIG) wurden beigezogen.
Kurz vor 16 Uhr ergriff die 20-Jährige ihre Chance: Sie sprang aus einem ebenerdigen Fenster. Unmittelbar danach erfolgte der Zugriff durch die Cobra. Der 66-Jährige wurde um 16 Uhr festgenommen.
Verletzt wurde bei dem gesamten Einsatz niemand. Bei der anschließenden Durchsuchung fanden die Ermittler die vier Schusswaffen und stellten sie sicher. Der Mann hatte diese laut Polizei legal besessen. Zudem wurden eine verbotene Waffe – ein Totschläger –, zahlreiche weitere Messer, Munition und Waffenteile wie Magazine entdeckt und sichergestellt.
Bei den Einvernahmen stellte sich laut Polizei schließlich heraus, dass der 66-Jährige den beiden Frauen weder direkt noch indirekt mit Waffengewalt gedroht hatte. Gegen ihn wurden ein Betretungs- und Annäherungsverbot sowie ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen. Der Mann wurde bei der Staatsanwaltschaft Ried angezeigt.