Ein neuer Mann im Trainerteam – und eine Geschichte, die tief berührt: Alfred Schreuder unterstützt ab sofort den deutschen Bundestrainer Julian Nagelsmann. Doch hinter dem erfahrenen Fußball-Coach steckt ein Vater, der einen unvorstellbaren Verlust erlitten hat – der ihn bis heute verfolgt.
Nagelsmann und Schreuder arbeiteten bereits bei der TSG Hoffenheim zwischen 2016 und 2018 eng zusammen. Auch international sammelte Schreuder reichlich Erfahrung – er war beim FC Barcelona tätig, später Cheftrainer bei Club Brügge und Ajax Amsterdam. Doch abseits des Rasens trägt Schreuder ein schweres Schicksal mit sich. Seine Tochter Anouk erkrankte 2006 an einem Hirntumor. Trotz aller Hoffnung und medizinischer Bemühungen verlor das Mädchen im Alter von nur sechs Jahren den Kampf gegen die Krankheit.
Ein Verlust, der kaum in Worte zu fassen ist – und der Schreuder bis heute begleitet. Die Erfahrungen aus dieser Zeit haben ihn geprägt, sein Denken verändert und seine Prioritäten neu geordnet.
In einem Interview mit dem "Kicker" sprach er offen über die Folgen: "Auch danach hast du Angst um deine Kinder, dass wieder so etwas passieren kann. Es geht nicht weg, aber man lernt, damit zu leben."
Der Vater von vier Kindern hat aus der Tragödie auch Kraft gezogen. Vor allem im Fußballgeschäft hilft ihm diese Perspektive, Dinge anders einzuordnen. Druck, Kritik oder Jobdiskussionen verlieren an Gewicht. So sagt er selbst: "Wenn man dann über sich die Frage liest, ob man als Trainer wackelt, dann kann man darüber nur lächeln." Und ergänzt mit bewegenden Worten: "Wenn du deine Tochter verloren hast – was gibt es Schwierigeres?"