Im Prozess um den Giftmord an einem britischen Geschäftsmann in China muss sich die Politikergattin Gu Kailai auf eine lebenslange Haft einstellen. Ein Gericht in der ostchinesischen Stadt Hefei verhängte gegen die Angeklagte am Montag zwar die Todesstrafe, die aber auf Bewährung ausgesetzt wurde.
Im Prozess um den Giftmord an einem britischen Geschäftsmann in China muss sich die Politikergattin Gu Kailai auf eine lebenslange Haft einstellen. Ein Gericht in der ostchinesischen Stadt Hefei verhängte gegen die Angeklagte am Montag zwar die Todesstrafe, die aber auf Bewährung ausgesetzt wurde.
Wenn Gu sich in den nächsten zwei Jahren keiner weiteren Straftaten schuldig macht, wird die Strafe wahrscheinlich in lebenslange Haft umgewandelt. Ein mitangeklagter Hausangestellter, Zhang Xiaojun, wurde wegen Beihilfe zu neun Jahren Gefängnis verurteilt, wie ein Gerichtssprecher vorherige Angaben von Augenzeugen bestätigte. Beide hatten Geständnisse abgelegt.
Wollte Geld ins Ausland bringen
Gu soll mit Hilfe des Geschäftsmannes Neil Heywood versucht haben, Geld ins Ausland schaffen. Als der Plan aufzufliegen drohte, soll sie den Briten vergiftet haben - um die Karriere ihres Mannes Bo Xilai zu retten. Nach Bekanntwerden der Mord-Affäre, die in der regierenden kommunistischen Partei hohe Wellen schlug, verlor Bo allerdings sämtliche politischen Ämter - darunter den Sitz im mächtigen Politbüro. Die Polizei räumte in dem Prozess die Manipulation von Beweismitteln zugunsten Gus ein. Zu dem Verfahren waren nur staatliche Medien zugelassen.
Kailai hatte bereits zuvor gestanden, den britischen Geschäftsmann Neil Heywood vergiftet zu haben. Der Hausangestellte des Paares, Zhang Xiaojun, soll das Gift bei sich gehabt und ihr geholfen haben. Auch Zhang hatte den Vorwürfen vor Gericht nicht widersprochen.
Großbritannien begrüßt Urteil
Großbritannien begrüßte das Gerichtsverfahren am Montag. "Wir begrüßen, dass die chinesischen Behörden zum Tod von Neil Heywood ermittelt und diejenigen verurteilt haben, die als Verantwortliche identifiziert wurden", teilte die britische Botschaft in Peking nach der Urteilsverkündung mit.