Opfer waren Killerhund "Chico" hilflos ausgeliefert

Die schwerkranke Frau und ihr Sohn sollen mit ihrem Hund komplett überfordert gewesen sein. Als "Chico" ausrastete, konnten sie sich offenbar kaum zur Wehr setzen.
In der Nacht auf Mittwoch hat ein Staffordshire-Terrier seine 52-jährige Besitzerin und ihren 27 Jahre alten Sohn in der gemeinsamen Wohnung angefallen und getötet – "heute.at" berichtete. Zwei Tage nach der tödlichen Attacke in Hannover werden nun immer mehr dramatische Details zu den tragischen Umständen der Bluttat bekannt.

Wie mehrere deutsche Medien berichten, dürften die beiden Getöteten ihrem Hund "Chico" hilflos ausgeliefert gewesen sein.

Opfer schwerkrank und mit Tier überfordert

Lezime K. soll laut ihrer Pflegerin Galina Pelzer (61) in der Vergangenheit von ihrem gewalttätigen Ehemann derart verletzt worden sein, dass sie seither an einen Rollstuhl gefesselt war. Auch ihr Sohn dürfte seit seiner Kindheit schwer krank gewesen sein. Die deutsche "Bild" beschreibt ihn als "kleinen zierlichen Mann". "Er hatte eine Figur wie ein 13-Jähriger und ist nur nachts mit dem Hund raus gegangen", wird ein Nachbar in einem Bericht der "Welt" zitiert. Die beiden aus dem Kosovo stammenden Opfer sollen mit "Chico" vollkommen überfordert gewesen sein, so der Tenor der übrigen Anrainer. Der Hund sei fortwährend aggressiv gewesen.

"Der Hund wurde immer sofort weggesperrt"

"Der Hund machte einen äußerst aggressiven Eindruck und konnte von dem schmächtigen Mann kaum gehalten werden", wird eine Nachbarin von "Bild" zitiert. Jedes Mal, wenn ihr das Gespann beim Gassi gehen begegnete, hätten sie aus Angst die Straßenseite gewechselt – trotz angelegtem Maulkorb. "Der Hund wurde immer sofort weggesperrt, wenn ich zu Besuch kam", erinnert sich die Pflegerin.

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Der sogenannte "Kampfhund" sei zudem lange Zeit in der Wohnung gehalten worden, auch einen Zwinger gab es dort laut Polizei. Tiertrainerin Susanne Fecker vermutet: Der Staffordshire-Terrier könnte zu wenig Auslauf gehabt haben. "Daraus kann es schon zu einer Aggression kommen", so die Expertin.

Wird "Chico" eingeschläfert?

"Nach dem Stand der Ermittlungen gehen wir davon aus, dass der Hund den Tod der beiden verursacht hat", erklärte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Wie sich die Tragödie aber genau abgespielt hat, ist noch unklar. Am Freitag wird der Obduktionsbericht erwartet.

Der Staffordshire-Terrier ist derzeit in einem Tierheim untergebracht, wo er sich laut "Bild" seither "meist apathisch" verhält. "Nach einer Begutachtung des Hundes durch Veterinärmediziner der Stadt Hannover wird entscheiden, ob das Tier eingeschläfert werden muss. Eine solche Begutachtung ist jedoch erst möglich, wenn sich das Tier nach einem solchen Vorfall – was auch immer sich dort abgespielt hat – beruhigt hat", informiert Stadtsprecher Udo Möller über "Chicos" weiteres Schicksal. (rcp)

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