Welt

Tödliche Schießerei auf deutschem Sportplatz

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:48

Der Amokläufer in Dossenheim nahe Heidelberg in deutschen Bundesland Baden-Württemberg war Sportschütze. Der Mann hatte am Dienstag nach einem Streit in einer Gaststätte zwei Männer getötet und sich danach selbst gerichtet.

Der etwa 70-jährige Sportschütze tötete in den Räumen des örtlichen Sportvereins TSG Germania 1899 zwei Menschen und nahm sich danach selbst das Leben, wie ein Polizeisprecher in Heidelberg sagte. Am Abend fielen die Schüsse, anschließend waren die drei Menschen tot und fünf weitere teils verletzt. Eine Person musste mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden.

Auf der Eigentümerversammlung im ersten Stock des Lokals in der baden-württembergischen Stadt habe es "Meinungsverschiedenheiten gegeben", sagte der Polizeisprecher weiter. Wegen des Streits wurde der spätere Schütze, der sieben Waffen legal besaß, des Raumes verwiesen. Kurz darauf sei er aber mit einer großkalibrigen Pistole zurückgekommen und habe das Feuer eröffnet.

Vereinspräsident Willi Ortlipp schilderte gegenüber "bild.de", was danach geschah: "Der Täter stürmte nach den Schüssen aus dem Nebenzimmer die Treppe herunter. Dort begegnete er einem Kellner, dem er sagte 'Dir mache ich nichts'. Im Foyer richtete er sich selbst."

Mehrere Notrufe gingen ein

Die Augenzeugen seien "traumatisiert und stehen unter Schock", sagte ein Vertreter der Heidelberger Staatsanwaltschaft. Sie würden an einem anderen Ort befragt. Der Polizei zufolge kümmerten sich auch Seelsorger um die Zeugen.

Eine unbeteiligte Frau im Lokal wurde von einem Querschläger am Kopf getroffen, als sie mit ihrem Mann und zwei Kindern auf der Terrasse beim Essen saß.

Nach Angaben der Polizei gingen gegen 19.00 Uhr die ersten Notrufe ein. Demnach hielten sich zum Zeitpunkt der Schießerei etwa 20 Menschen in der Gaststätte und 50 Personen auf dem Vereinsareal auf. Das Gebiet um die Gaststätte in der knapp 13.000-Einwohner-Stadt wurde weiträumig abgesperrt. "Der genaue Hintergrund, die Motive und der genaue Ablauf der Tat sind noch unklar", sagte der Polizeisprecher.

"Überall war Polizei"

"Überall war Polizei, Scharfschützen lagen auf Hallendächern und ein Hubschrauber kreiste über dem Sportgelände", berichtete der 24-jährige Auszubildende Björn Merkle, der wenige Meter vom Tatort entfernt wohnt und das Geschehen mit seinem Handy dokumentierte. Der Einheimische chattete gerade mit Freunden, als er auf der Straße panisch schreiende Menschen sah.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen