Welt

Tödliche Schüsse! Keine Weihnachtsruhe in Israel

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:30

Nach den tödlichen Schüssen auf einen Israeli hat die israelische Luftwaffe am Dienstag mehrere Ziele im von der radikalislamischen Hamas beherrschten Gazastreifen angegriffen. Nach ersten Angaben palästinensischer Ärzte wurden dabei ein vierjähriges Mädchen getötet und vier weitere Palästinenser verletzt. Unterdessen starteten in Bethlehem dennoch die Weihnachtsfeierlichkeiten mit zehntausenden Gläubigen.

Die Luftangriffe richteten sich nach palästinensischen Angaben gegen Trainingszentren der im Gazastreifen herrschenden Hamas-Organisation in Chan Junis. Augenzeugen berichteten von mindestens zwölf Angriffen. Aus Furcht vor weiteren Bombardements räumte die Hamas die meisten ihrer Einrichtungen. Eine Armeesprecherin in Tel Aviv bestätigte, man habe im Gazastreifen angegriffen.

Israelischer Zivilist getötet

Kurz zuvor war ein israelischer Zivilist nach Angaben von Armee und Ärzten durch Schüsse aus dem Gazastreifen getötet worden. Wie das behandelnde Krankenhaus in der südisraelischen Stadt Beersheba am frühen Nachmittag mitteilte, erlag der Mann in der Klinik seinen Verletzungen.

Die Armee hatte mitgeteilt, ein Heckenschütze aus dem Gazastreifen habe auf den Mann geschossen, als dieser Reparaturarbeiten an der Sperranlage zwischen Israel und dem Gazastreifen ausführte. In den vergangenen Tagen hatten sich die gewaltsamen Zwischenfälle im Grenzgebiet gehäuft. Das Palästinensische Zentrum für Menschenrechte (PCHR) sagte, der Mann sei tödlich getroffen worden, als er in der Nähe der Grenze Baumaterial sammelte.

Peres: "Wenn Gaza Ruhe will, muss es selbst für Ruhe sorgen"

Israels Staatspräsident Shimon Peres hat die Palästinenser im Gazastreifen vor neuen Angriffen auf Israel gewarnt. "Wenn Gaza Ruhe will, muss es selbst für Ruhe sorgen und wenn nicht, wird es unter den Folgen der Unruhe zehnfach leiden", sagte der 90-jährige Friedensnobelpreisträger in Jerusalem.

"Ihr spielt mit dem Feuer", warnte Peres die Einwohner des schmalen Küstenstreifens am Mittelmeer. Ohne Hilfe von außen könne der Gazastreifen nicht leben. "Die Hilfe wird gestoppt, wenn ihr weiter unschuldige Menschen tötet", sagte Peres.

Weihnachtsfest in Bethlehem gestartet

Zehntausende Christen, unter ihnen auch Palästinenser sowie Pilger aus aller Welt, feiern indes seit Dienstagnachmittag das Weihnachtsfest im Heiligen Land. An der Spitze der traditionellen Weihnachtsprozession kam der lateinische Patriarch Fuad Twal in Bethlehem an. Das in ein purpurfarbenes Gewand gekleidete Oberhaupt der katholischen Kirche im Heiligen Land wurde von Gläubigen und palästinensischen Pfadfindern feierlich in Empfang genommen.

Die Geburtskirche in Bethlehem ist eine der ältesten Kirchen weltweit. Das Gotteshaus steht über der Grotte, in der nach christlicher Überlieferung Jesu geboren wurde. Die Grabeskirche wird gegenwärtig renoviert.

Über die Weihnachtstage werden nach Angaben der israelischen Armee 300.000 Besucher in Bethlehem erwartet. Israel erlaubte mehreren Hundert christlichen Palästinensern aus dem Ausland sowie aus dem Gazastreifen zu Weihnachten die Einreise. Im besetzten Westjordanland gelten angesichts des fortwährenden Nahostkonflikts strikte Reisebeschränkungen für Palästinenser.

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