Tödliche Gefahr im Sommer an diesen Stränden

Besonders im Sommer wachsen die Grünalgen in den Buchten Westfrankreichs stark.
Besonders im Sommer wachsen die Grünalgen in den Buchten Westfrankreichs stark.Albrecht Weißer / Westend61 / picturedesk.com
Die Bretagne lockt Reisende mit ihren ausgedehnten, wilden Küsten. Doch gerade seichte Buchten können für Besucherinnen und Besucher gefährlich sein.

Die Strände der Bretagne im Westen Frankreichs sind bei Reisenden beliebt. Weißer Sand und türkisfarbenes Wasser warten in versteckten Buchten darauf, entdeckt zu werden. Was jedoch viele nicht wissen: Im Sommer können die Strände zur tödlichen Falle werden, wie SRF berichtet.

Viele der Buchten in der Bretagne sind seicht und trotz Ebbe und Flut kommt es nur langsam zu einem Austausch des Wassers. In Verbindung mit großen Mengen Gülle, die von den Feldern ins Meer gelangen, und dem feuchten und milden Klima herrschen perfekte Bedingungen für eine starke Vermehrung der Grünalgen.

Entweichendes Gas ist hochgiftig

Bei der Zersetzung der "Ulva armoricana", so der wissenschaftliche Name der Grünalge, bildet sich eine Kruste, unter der sich Schwefelwasserstoff ansammelt. Das hochgiftige Gas kann plötzlich entweichen und so eine Gefahr für Mensch und Tier darstellen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen davon aus, dass bereits mindestens drei Menschen durch den Schwefelwasserstoff gestorben sind – so ein Jogger, der 2016 bei einem Flussbett in der Nähe des Strandes tot aufgefunden wurde. Nur bei einer schnellen Laboranalyse kann der Tod durch freigesetztes Gas sicher festgestellt werden.

Behörden decken Tourismus

Umweltschützerinnen und Umweltschützer werfen den Behörden vor, sie informierten bewusst nicht über die Gefahren, um die lokale intensive Tierhaltung sowie den Tourismus zu schützen. Dabei ist die Region bereits seit fast 40 Jahren von der "Ulva armoricana" betroffen, und Nitrate aus der Agrarindustrie sind für das starke Algenwachstum hauptverantwortlich.

Forschende betonen, dass die Lage nur durch eine starke Reduktion des versickernden Stickstoffs aus der Landwirtschaft entschärft werden kann. Für eine Senkung der Nitratwerte müssten die Landwirte große Schritte unternehmen.

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