Bei Meta gibt es einen neuen fragwürdigen Trend unter Softwareentwicklern: eine interne Rangliste, die erfasst, welcher Developer die meisten Token mit dem KI-Assistenten Claude Code verbraucht. Das Ganze nennt sich "Tokenmaxxing" - und sorgt für Kopfschütteln in der Branche.
Wer besonders viele Token verbraucht, darf sich mit zweifelhaften Titeln wie "Token Legend" oder "Cache Wizard" schmücken. Dabei spielt es keine Rolle, ob daraus ein gutes Ergebnis entstanden ist. Ähnliche Praktiken soll es auch bei Microsoft, OpenAI und Salesforce gegeben haben.
Wie computerwoche.de unter Berufung auf Infoworld.com berichtet, ist diese Entwicklung alles andere als sinnvoll. Der Grund: Token zu zählen sei ähnlich aussagekräftig wie Code-Zeilen zu messen - nämlich gar nicht. Eine Maximierung sei sogar ein Kontraindikator für Qualität und Erfolg.
Der Konzern will die KI-Nutzung seiner Mitarbeiter künftig genau messen. Ein neues Tool namens "Checkpoint" soll analysieren, wie viele Code-Zeilen mit KI-Hilfe geschrieben wurden - plus 200 weitere Datenpunkte. Das System ist auch mit dem Bonusprogramm verknüpft: Top-Performer können bis zu 200 Prozent Bonus erhalten.
Ob der massive Einsatz von KI tatsächlich die Effizienz steigert, bleibt aber fraglich. Laut einer Umfrage unter Top-Managern bringt künstliche Intelligenz trotz hoher Investitionen kaum messbaren Mehrwert für die Produktivität.
Immerhin: Bei Meta hat man das Tokenmaxxing inzwischen klugerweise gestoppt. Das Letzte, was Unternehmen brauchen, ist, dass der Token-Verbrauch zur neuen "Beschäftigungsarbeit" wird, bei der Entwickler Ressourcen verschwenden - und Führungskräfte ihnen dafür noch auf die Schulter klopfen.