"Nach 10 Minuten war alles vorbei und das Hausdach weg"

Ein extrem starker Tornado fegt am 24. Juni 2021 durch die tschechische Gemeinde Hodonin.
Ein extrem starker Tornado fegt am 24. Juni 2021 durch die tschechische Gemeinde Hodonin.Sitar Marek / CTK / picturedesk.com
Mit 300 km/h fegte Donnerstagabend ein Tornado über Südmähren und hinterließ eine Spur der Verwüstung. "Heute" sprach mit Betroffenen vor Ort.

Ein Tornado hat am Donnerstagabend im Südosten Tschechiens eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Mindestens fünf Menschen sind tot, weitere 200 verletzt, 2.000 Häuser sind beschädigt und unzählige Familien obdachlos. Noch immer suchen die Rettungskräfte Verschüttete in den Trümmern. "Heute" ist für einen Lokalaugenschein in der Gemeinde Moravská Nová Ves (dt. Mährisch-Neudorf) und sprach mit Betroffenen vor Ort.

"Alle helfen zusammen, sind füreinander da"

Mit über 300 km/h ist der Tornado über die Ortschaft in Südmähren gezogen: Dächer wurden teilweise völlig abgedeckt oder sind sogar eingestürzt, Fensterscheiden zerstört, Bäume wie Streichhölzer umgeknickt. "Wir haben hier gestern noch die Fassade des Hauses repariert, heute ist alles weg. Innerhalb von 10 Minuten war alles weg ... das Gerüst, das ganze Dach, einfach alles", ringt Pavel im Interview mit "Heute"-Reporter Paul Resetarits nach Worten.

Ein Video zeigt, wie der Wirbelsturm sechs Kilometer von Schrattenberg entfernt ein ganzes Waldstück dem Erdboden gleichgemacht. Geäst und Sträuche werden in seinen Sog gezogen und durch die Luft geschleudert. Einige Bilder zeigen die Fassade eines Mehrparteienhauses, in dessen Wand sich zahlreiche der Tonsteine gebohrt hatten. Das Gebäude wurde damit regelrecht von der Seite bombardiert.

Die Situation im Krisengebiet sei wie in einem Krieg, sagt Gesundheitsminister Adam Vojtech im TV. Alle verfügbaren Einsatzkräfte seien auf dem Weg in die Region. "Alle helfen zusammen, sind füreinander da. Weinen bringt nichts, das Leben muss weitergehen", versucht Pavel selbst zwischen den Trümmern noch positiv zu denken. 

Die Regierung in Prag versetzte inzwischen Kräfte der Armee für einen möglichen Hilfseinsatz in Bereitschaft. Auch Einsatzkräfte aus Niederösterreich wurden gestern noch in zur Hilfeleistung geschickt. Christophorus-Teams brachten zwei Schwerstverletzte – ein 15-Jähriges Mädchen und einen Busfahrer – mit dem Hubschrauber in Sicherheit und zur Behandlung nach Wien.

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