Österreich

Totes Lamm, 9 Schädel: Bauer erschlug Schafe mit Hacke

Ein Landwirt (72) ließ illegal Schächtungen auf seinem Hof vornehmen. 2019 wurde er bereits verurteilt, nun stand er deswegen erneut vor Gericht.
Österreich Heute
13.09.2023, 16:36
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Unbelehrbar scheint ein Bauer (72) aus Tirol zu sein: Bereits im Jahr 2019 hatte er Muslimen erlaubt, auf seinem Hof Schächtungen durchzuführen. Der 72-Jährige kam damals vor Gericht – und wurde auch bestraft. Doch die Strafe verfehlte offenbar ihre Wirkung. Denn nun stand der Landwirt in Innsbruck erneut vor Gericht – wegen Tierquälerei.

Eine Anzeige aus dem privaten Umfeld des Bauern hatte im Herbst 2021 den unangemeldeten Besuch von zwei Amtsärzten zur Folge, berichtet die "Tiroler Tageszeitung" (TT). Die Veterinäre fanden ein totes Lamm in einer Tonne und die Schädel von neun Schafen. Die Schädel wiesen keine Anzeichen einer Betäubung durch einen Bolzenschuss-Apparat auf – wie es vorgeschrieben ist.

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„"Die Hacke auf den Schädel, des muss reichen!" - Angeklagter zu einer Zeugin“

Er betäube die Tiere mit dem stumpfen Teil einer Hacke, erklärte der Angeklagte vor Gericht. Die stumpfe Seite jener Fleischerhacke ist jedoch nur einen Zentimeter breit. "Die Hacke auf den Schädel, des muss reichen!", soll der 72-Jährige zuvor einer Zeugin erzählt haben. Doch die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), die die Schädel untersuchte, fand kein derartiges Verletzungsbild, so die "TT".

Das Schächten

Das Schächten, also das vollständige Ausbluten der Tiere, ist in Europa schon lange an strenge Regeln gebunden. In Österreich muss das Ritual behördlich gemeldet werden. Das Tier muss zudem in einer zugelassenen Schlachtanlage durch eine sachkundige Person in Anwesenheit eines Tierarztes nach dem Schnitt sofort betäubt werden.

Zudem bestritt der 72-Jährige davon gewusst zu haben, dass er Fleisch vom seinem (nicht für Schlachtungen zertifizierten) Hof an Personen außerhalb des Haushalts weitergeben durfte. "In diesem Alter kennt man doch nicht mehr jede neue Verordnung!", meinte dazu sein Verteidiger. Weiters wurden verbotene Fußhalterungen am Hof entdeckt. Der Prozess geht mit den Aussagen einer Zeugin und eines Sachverständigen im Oktober weiter.