Für die traditionsreiche ADA Möbelwerke Holding AG gibt es nach der Insolvenz einen wichtigen Schritt nach vorne. Die Gläubiger haben am Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz den Sanierungsplan angenommen, so die Creditreform.
Das Unternehmen mit Sitz in Anger in der Steiermark musste Ende März 2026 ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragen. Die Unternehmensgruppe zählt zu den traditionsreichsten Möbelherstellern Österreichs und beschäftigt mit ihren Beteiligungen im In- und Ausland mehr als 1.200 Mitarbeiter.
Als Gründe für die Insolvenz wurden die schwierige Marktentwicklung und der Strukturwandel in der europäischen Möbelbranche genannt. Hinzu kamen die anhaltende Konsumzurückhaltung infolge mehrerer Krisen, der Rückgang des stationären Möbelhandels und ein zunehmender Konsolidierungsdruck.
Den Insolvenzorganen gelang es gemeinsam mit dem Unternehmen und den Geschäftsführungen der ausländischen Tochtergesellschaften, den Fortbetrieb aller Tochtergesellschaften mit Ausnahme der österreichischen ADA Möbelfabrik GmbH zu stabilisieren. Die Zukunft der Unternehmensgruppe soll nun durch den Einstieg eines strategischen Investors abgesichert werden.
Der angenommene Sanierungsplan sieht vor, dass die Insolvenzgläubiger 20 Prozent ihrer Forderungen erhalten. Zehn Prozent sollen binnen 14 Tagen nach rechtskräftiger Bestätigung des Sanierungsplans ausbezahlt werden. Die restlichen zehn Prozent werden in zwei Raten zu je fünf Prozent innerhalb von zwölf beziehungsweise 24 Monaten nach Annahme des Sanierungsplans ausbezahlt.
Bislang wurden im Verfahren 210 Forderungen in Höhe von rund 19,7 Millionen Euro angemeldet. Im Fall einer Verwertung des Unternehmens wäre die Quote für die Gläubiger laut den Angaben deutlich niedriger ausgefallen.
Karl Quendler zieht ein positives Fazit der Sanierung: "Die überwältigende Zustimmung der Gläubiger zeigt das Vertrauen in den Sanierungskurs. Trotz der hohen Komplexität aufgrund internationaler Beteiligungen konnte die Restrukturierung erfolgreich umgesetzt werden. Ein Wermutstropfen bleibt jedoch die schmerzliche Schließung des österreichischen Produktionsstandortes."