Obwohl Al-Nassr als Titelverteidiger in die neue Saison geht, wird der Klub vorerst keine neuen Spieler verpflichten. Hintergrund ist ein gewaltiger Schuldenberg: Laut dem staatlichen Eigentümer PIF belaufen sich die Verbindlichkeiten auf 800 Millionen Riyal, umgerechnet rund 187 Millionen Euro.
Die Klubführung zieht deshalb die Reißleine. Dem Management wurden wesentliche Entscheidungsbefugnisse entzogen, stattdessen soll der Fokus auf der finanziellen Sanierung liegen. Bevor neue Stars kommen können, müssen zunächst Einnahmen erzielt werden – etwa durch Spielerverkäufe oder neue Sponsoren. Sogar ein Verkauf des Vereins soll intern als Möglichkeit diskutiert werden.
Für Trainer Ange Postecoglou ist das ein herber Rückschlag. Der Australier hatte auf Verstärkungen gehofft, muss nun aber mit dem bestehenden Kader rund um Cristiano Ronaldo, Sadio Mané, João Félix, Kingsley Coman und Mohamed Simakan planen.
Ein Grund für den Sparkurs ist auch das Financial Fair Play in Saudi-Arabien. Da dem Staatsfonds PIF mehrere Spitzenklubs gehören, dürfen finanzielle Mittel nicht unbegrenzt in einen einzelnen Verein fließen. Immerhin konnte Al-Nassr zuletzt das Gehalt von Jhon Durán einsparen, der auf Leihbasis zu Benfica wechselte.
Trotz des Transferstopps dürfte der saudische Fußball weiter investieren. Mit Blick auf die Weltmeisterschaft 2034 im eigenen Land wollen die Klubs die Liga attraktiv halten. So haben Konkurrenten wie Al-Hilal und Al-Ahli in diesem Sommer bereits namhafte Neuzugänge präsentiert.