Politik

Tritt Ex-Polizeigeneral gegen Mikl-Leitner an?

Polit-Überraschung: Die SPÖ dürfte Franz Schnabl, früher Polizeigeneral in Wien, als ihren Kandidaten für die Niederösterreich-Wahl aufstellen.
Heute Redaktion
14.09.2021, 00:45

Ex-Polizeichef gegen Ex-Innenministerin. Diese Konstellation verspricht zumindest Feuer im Wahlkampf. 2018 wählt Niederösterreich seinen neuen Landtag. Fix ist: Statt Erwin Pröll, der in den Ruhestand tritt, geht für die ÖVP diesmal die ehemalige Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (53) ins Rennen.

Für die SPÖ kristallisiert sich Franz Schnabl als Favorit heraus. Er wisse, dass er auf einer Liste stehe, "doch da bin ich einer von fünf bis sechs Kandidaten", bestätigte Schnabl dem "Kurier" gegenüber die Gerüchte.

Entscheidung am Mittwoch?

Schnabl sagt auch, dass er nach dem Osterferien ein Gespräch mit Kanzler Christian Kern über die Kandidatur führen wird, vermutlich bereits am Mittwoch der kommenden Woche. Kern urlaubt derzeit mit Familie in Kärnten.

Viel Auswahl hat die SPÖ, trotz der genannten "fünf bis sechs Kandidaten" nicht. Der erfolgreiche St. Pöltner Bürgermeister Matthias Stadler, mit Kern eng verbunden, will lieber in St. Pölten bleiben. Sonja Hammerschmid, die ebenfalls in der Gerüchteküche gehandelt wird, ist erst seit ein paar Monaten Unterrichtsministerin.

Karriere-General

Und: Franz Schnabl gilt seit jeher als sehr ehrgeizig. Er wurde 1999 mit 40 Jahren Generalinspektor der Wiener Polizei und wusste sich schon damals gut medial in Szene zu setzen. Vom Zugang her ähnelt er dem jetzigen Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil.

Mit Niederösterreich hat Schnabl jedenfalls noch eine Rechnung offen. Sein Höhenflug wurde vom damaligen Innenminister Ernst Strasser, der aus der NÖ-VP kam, brutal beendet. Strasser schob Schnabl aufs Abstellgleis, der Polizeigeneral wechselte als Sicherheitschef zu Frank Stronach.

Mit 58 könnte er jetzt ins Rampenlicht zurückkehren. Eine Politkarriere schwebte dem gebürtigen Neunkirchner (NÖ) immer vor. "Das wird eine Bauch- statt eine Kopfentscheidung", sagt er nun dem "Kurier". Finanziell wird er es sich nicht verbessern. In der Politik ist anständig zu verdienen, aber nicht annähernd so viel wie bei Frank Stronach.

(red)

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