Schon die Erdbeer- und Marillenernte fiel wegen Spätfrostschäden und Trockenheit eher unterdurchschnittlich aus. Auch die Weinbauern sehnen endlich regnerische Tage herbei. "Die Pflanze kann prinzipiell gut umgehen mit Hitze", erklärt Helmut Mold (38), der in vierter Generation das Traditionsweingut Fichtenbauer-Mold im Kamptal führt, im "Heute"-Gespräch.
Die frühe Hitzewelle im Juni mit extremer Trockenheit setzte aber den Reben zu: "Ältere Anlagen können damit besser umgehen, da sie schon gut verwurzelt sind. Bei jüngeren ist die Situation schwieriger. Die Pflanze geht in eine Art Notbetrieb über und schaut, dass sie überlebt."
Der 38-Jährige ist jetzt "täglich draußen" in den Weingärten (90 Prozent Weißwein, Haupttriebsorte ist Grüner Veltliner), "wir helfen mit gezielter Bewässerung, entfernen Beikräuter und hoffen auf baldigen Regen".
Auch er spüre in der Region "eine Angespanntheit, die nächsten zwei, drei Wochen sind entscheidend, was Qualität und Ertrag betrifft".
Da auch der Winter zu mild war, wird heuer früher gelesen werden – vielleicht schon Anfang September: "Und hier nachts oder zeitig in der Früh." Es sei wichtig, die Weinreben möglichst kühl in den Weinkeller zu bekommen. Dennoch bleibt der Winzer zuversichtlich: "Ich bin ein Optimist und mache das aus Leidenschaft, das war schon als Kind für mich klar."