Trotz Corona suchen 39 Personen täglich um Asyl an

Im Coronajahr 2020 suchten 14.192 Personen in Österreich um Asyl an.
Im Coronajahr 2020 suchten 14.192 Personen in Österreich um Asyl an.picturedesk.com
Erstmals seit der Flüchtlingskrise 2015 und trotz Corona ist die Zahl der Asylanträge in Österreich erstmals wieder gestiegen, so die Statistik 2020.

Die Asyl-Entwicklung sei "völlig gegen den EU-Trend", sagte Wolfgang Taucher als zuständiger Beamter im Innenministerium am Donnerstag bei der Präsentation der Asyl- und Fremdenstatistik 2020. Die Asylzahlen seien dabei nicht nur seit dem Flüchtlingsansturm 2015 erstmals wieder gestiegen, sondern das trotz Corona auch nicht unbedeutend um rund zehn Prozent. 14.192 Personen suchten 2020 in Österreich um Asyl an, das sind rund 39 Personen pro Tag.

Zum Vergleich: In der Europäischen Union gingen die Asylanträge im gleichen Zeitraum um 31 Prozent zurück. Österreich sei dennoch nicht ein Zielland Nummer eins, so Taucher. Vielmehr würden hier viele Flüchtlinge und Migranten bei der Durchreise in andere Länder wie Deutschland aufgegriffen und angehalten – und würden dann deshalb Asyl in Österreich beantragen. Österreich liege dabei nahe einer aktuellen Flüchtlingshauptroute, auch in Balkan-Staaten steige die Zahl.

Marokkaner mit größtem Antrags-Plus

Was sich im Angesicht von Corona geändert habe, sei die Nationalität der Schlepper, so Gerald Tatzgern, Leiter der Zentralstelle zur Bekämpfung der Schlepperkriminalität: Waren es früher menschen aus Afghanistan, dem Irak oder Pakistan, würden sich nun auch vermehrt Syrer, Österreicher und Niederländer als Schlepper betätigen. Ein durchschnittliches Asylverfahren wiederum dauerte in der Coronakrise bei Verfahren mit Asylantrag 3,9 Monate.

51 Prozent der ausreisenden Flüchtlinge taten dies 2020 freiwillig, insgesamt das Land auch mit Abschiebungen verlassen haben 8.700 Menschen. Ein starkes Plus bei den Staatsangehörigen hinter den Asylanträgen wurde im Vorjahr von Marokkanern festgestellt, nämlich ein Zuwachs von 355 (!) Prozent. Der Grund dafür? Unbekannt. Noch mehr Asylanträge als Marokkaner stellten allerdings Syrer und Afghanen. 

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