Bis zu vier Mal mehr Schlepper im Coronajahr

Symbolbild. Kontrolle der Polizei im Burgenland
Symbolbild. Kontrolle der Polizei im BurgenlandJakob Gruber / EXPA / picturedesk.com
Plus 284 % aufgegriffene Schlepper im Burgenland 2020 (im Vgl. mit 2019), plus 185 % in NÖ, plus 113 % in Wien und plus 79 % in OÖ. 

Nach der dramatischen Verfolgungsjagd auf der S31 Mitte Dezember 2020 im Burgenland, bei der ein syrischer Schlepper (29) mit Flüchtlingen an Bord der Polizei davongerast war und die Beamten sogar Schüsse abgeben mussten ("Heute" berichtete), stellte Nationalratsabgeordneter Christian Lausch eine Anfrage ans Innenministerium. Der FP-Mandatar wollte wissen, wie viele Schlepper im Coronajahr 2020 aufgegriffen worden waren und stellte noch Fragen zum Fall im Burgenland.

Enormes Plus im Bgld., NÖ

Die Zahlen für 2020 überraschen: Im Burgenland wurden im Vorjahr 142 Schlepper aufgegriffen, 2019 waren es nur 37 (plus 284 %). In NÖ waren es 74 (plus 185 %), in Wien 66 (plus 113 %), in OÖ 50 Schlepper (plus 79 %). Eine starke Zunahme gab es auch in der Steiermark. In den restlichen Bundesländern, Salzburg, Tirol, Kärnten und Vorarlberg ging die Zahl teils massiv zurück. Dennoch stieg bundesweit die Zahl von 259 Schleppern im Jahr 2019 auf 424 Schlepper im Vorjahr - ein plus von 64 Prozent.

Zu erwähnen wäre indes auch, dass zum Beispiel das Jahr 2015 noch weit stärker war als 2020. Auch 2016 war ein starkes Schlepperjahr, dann ging es sukzessive bergab und 2020 wieder aufwärts.

Meisten Schlepper sind Syrer

Die meisten Schlepper 2020 waren aus Syrien (68), gefolgt von Irak (50), Afghanistan (38), Österreich (29), Ungarn (28), Türkei (25).

Auch zum Einsatz am 14. Dezember 2020 stellte Christian Lausch im Rahmen einer parlamentarischen Anfrage Fragen z.B. wie viele Polizisten, Streifenwagen im Einsatz waren oder ob der Schlepper amtsbekannt war. Beim bezirksübergreifenden Einsatz waren 30 Beamte mit 14 Streifenwagen im Einsatz, der Schlepper war mit den Flüchtlingen über die Balkanroute gekommen. Über Hintergründe wollte das BMI keine Auskunft erteilen, verwies auf laufende Ermittlungen. Auch eine Kostenaufschlüsselung konnte das Innenministerium nicht erstellen.

"Schlepperwesen floriert"

Christian Lausch meint: "Daran kann man sehen, dass die Schleppertätigkeit in Österreich floriert, die Flüchtlinge kommen aus den Ländern Afghanistan, Irak, Syrien – typische Flüchtlingsländer. Und von wegen die Balkanroute ist geschlossen, das war unter Kickl so, unter Nehammer ist das nicht mehr so, wie auch die Anfragebeantwortung ergab. Unter Kickl waren es weniger Schlepper."

In NÖ und im Burgenland hatte es 2020 einige spektakuläre bzw. große Polizeieinsätze wegen Schleppern gegeben - wie der Kühllaster im September im Bezirk Bruck oder die Verfolgungsjagd im Dezember im Burgenland.

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