Polizei setzt Reizgas gegen Corona-Demonstranten ein

Beim Hauptbahnhof versammelten sich Corona-Gegner.
Beim Hauptbahnhof versammelten sich Corona-Gegner.Video3
Die Polizei hat große Demo-Märsche untersagt. In Wien versammeln sich trotzdem erste "Corona-Kritiker".

Wie berichtet haben Gegner der Corona-Maßnahmen am Samstag zum Großkampftag aufgerufen. Es sollte die "Mutter aller Demos werden", hieß es in sozialen Netzwerken. Die Polizei suchte dem einen Riegel vorzuschieben, untersagte vier für Samstag geplante Groß-Demonstrationen. Es bestehe die Gefahr, dass Sicherheitsabstand und Maskenpflicht nicht eingehalten werden, so die offizielle Begründung.

Trotzdem kündigten führende Mitglieder der Corona-Skeptiker-Bewegung in einschlägigen Online-Foren an, am Samstag in der Wiener Innenstadt gegen die Maßnahmen der Regierung auf die Straße zu gehen – auch ohne Anmeldung einer Veranstaltung bei der Polizei. Am frühen Nachmittag versammelten sich erste Teilnehmer in der Nähe des Hauptbahnhofes, etwa 1.000 Personen waren vor Ort. Auch die Polizei war mit einem größeren Aufgebot angerückt und kontrollierte die Identitäten der Angereisten.

Im Vorfeld hatten betrunkene Masken-Gegner in den Öffis für Chaos gesorgt. Gegen 14.30 Uhr setzten sich die Corona-Kritiker vom Schweizergarten aus in Bewegung. Es war zunächst unklar, wohin genau der Demonstrationszug verlaufen wird, denn die Polizei hat die Wege in die Innenstadt abgesperrt. Es sei auch zu ersten Rangeleien mit den Einsatzkräften, sowie Reizgas-Einsatz gekommen, berichteten Zeugen.

Reizgas gegen Demonstranten

Die Demonstranten versuchten kurz vor 15 Uhr, eine Polizeisperre auf dem Weg in Richtung Innenstadt zu durchbrechen. Sie machten sich daran, die Sperrgitter der Polizei zur Seite zu räumen, scheiterten aber am Widerstand der Beamten. Diese setzten auch Reizgas gegen die Angreifer ein (Video unten).

Nur wenige Minuten später gab es bei der Kleistgasse einen erneuten Durchbruchsversuch. Beamte wurden mit Flaschen und Steinen beworfen, Absperrungen sollten gewaltsam weggeräumt werden. Die Polizei antwortete wieder mit Pfefferspray, es kam zu mehreren Festnahmen, ein Mann soll stark am Kopf bluten.

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Die Behörde ersucht, von einer Teilnahme an Großversammlungen abzusehen. Sollten sie dennoch stattfinden, werden sie aufgelöst und die Teilnehmer verpflichtet, die Örtlichkeit zu verlassen. Verstöße dagegen sowie gegen die Covid-19-Schutzmaßnahmenverordnung können Geldstrafen zur Folge haben. "Bei etwaigen Übertretungen wird konsequent eingeschritten", so die Polizei laut APA.

Auch Gegendemo geplant

Auch eine größere Gegendemonstration ist geplant. Linke und antifaschistische Gruppen haben um 12 Uhr im Votivpark zu einer Kundgebung und einer anschließenden Fahrrad-Demo aufgerufen.

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