US-Präsident Donald Trump verschärft sein Vorgehen gegen Impfungen. Am Montag unterschrieb er im Weißen Haus ein Dekret mit neuen Empfehlungen zur Impfung. Dabei wird unter anderem dazu aufgerufen, den Abstand zwischen Impfungen, die Kindern verabreicht werden, zu vergrößern. Im Gegensatz zum aktuellen Stand der medizinischen Forschung hat Trump bei der Präsentation seines Dekrets wiederholt einen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus angedeutet.
Vor Journalisten sprach der US-Präsident von Injektionen "in der Größe einer Limonadenflasche", die Kindern in den USA verabreicht würden. Wie er auf diesen Vergleich kommt, erklärte er allerdings nicht. In dem von Trump unterzeichneten Text wird empfohlen, die Impfungen gegen Masern, Röteln und Mumps voneinander zu trennen, anstatt sie wie üblich in einer einzigen Spritze zu verabreichen.
"Vor Jahrzehnten erhielten Kinder nur einen Bruchteil der heute geforderten Impfungen", sagte Trump im Oval Office. "Damals waren die Menschen weitaus gesünder, und natürlich gab es die hohe Autismus-Rate nicht, die wir heute beobachten", fügte er hinzu. Der Präsident kam bei der Vorstellung der neuen Impfempfehlungen mehrmals auf das Thema Autismus zu sprechen. Gleichzeitig schränkte er aber ein: "Wir wissen nicht", wodurch dieser ausgelöst werde.
In den USA gibt es seit einiger Zeit immer mehr Menschen, die Impfungen kritisch sehen. Fachleute warnen davor, dass dadurch Krankheiten zurückkehren könnten, die eigentlich schon als fast ausgerottet galten. Im vergangenen Jahr gab es in den USA den größten Masernausbruch seit mehr als 30 Jahren – mit über 1.400 Fällen.