Der Bau vom von US-Präsident Donald Trump gewünschten Ballsaal beim Weißen Haus darf vorübergehend weitergehen. Das US-Bundesberufungsgericht in Washington hat am Samstag erlaubt, dass bis zum 17. April weitergebaut werden darf. Damit bekommt die Trump-Regierung Zeit, den Obersten Gerichtshof einzuschalten. Gleichzeitig hat das Berufungsgericht das erstinstanzliche Gericht aufgefordert, noch offene Sicherheitsfragen rund um das Bauprojekt zu klären.
US-Bundesrichter Richard Leon hatte Ende März einen Baustopp für das umstrittene 400-Millionen-Dollar-Projekt verhängt. Trump brauche für die Errichtung eines Ballsaals die Zustimmung des Kongresses, schrieb der Richter zur Begründung. Der Präsident sei "nicht der Eigentümer" des Weißen Hauses. Leon gab damit einer Klage der Nationalen Stiftung für Denkmalpflege recht.
Der Richter ordnete aber selbst an, dass der von ihm verhängte Baustopp erst nach zwei Wochen in Kraft tritt. So bekam die Trump-Regierung Zeit, Berufung gegen das Urteil einzulegen, was sie auch sofort gemacht hat.
Trump hatte im vergangenen Herbst überraschend den gesamten Ostflügel vom Weißen Haus abreißen lassen, um Platz für den Ballsaal zu schaffen. Der Ballsaal – ein Prestigeprojekt des Rechtspopulisten – soll nach Trumps Vorstellungen mit viel Gold, Marmor, Stuck und prunkvollen Lüstern ausgestattet werden. Nach eigenen Angaben hat der Präsident dafür umfangreiche Spenden aus der Privatwirtschaft gesammelt.