Trump setzt seine Aussagen unter dieser falschen Annahme fort und schreibt: "Er [Merz] weiß nicht, wovon er redet! Hätte der Iran Atomwaffen, wäre die ganze Welt in Geiselhaft. Ich unternehme jetzt etwas mit dem Iran, was andere Nationen oder Präsidenten schon längst hätten tun sollen. Kein Wunder, dass es Deutschland wirtschaftlich und in jeder anderen Hinsicht so schlecht geht!"
Merz hatte sich erst einen Tag davor enttäuscht vom Vorgehen der USA und Israels gegen den Iran gezeigt. Wie NTV berichtet, meinte Merz am Rande der Unions-Klausur in Berlin: "Ja, ich bin da mittlerweile desillusioniert." Die von den USA und Israel zu Beginn erhoffte schnelle Lösung des "Problems" in wenigen Tagen sei nicht eingetreten.
"Deswegen wollen wir uns ja auch von der europäischen Seite aus diplomatisch mit um eine Lösung bemühen", erklärte der CDU-Politiker weiter. "Wir stimmen uns da eng mit der amerikanischen Seite ab, sagen aber auch, dass wir eigene europäische Vorstellungen haben, wie man hier zu einer Lösung des Konfliktes kommen kann."
Der deutsche Kanzler hatte sich bereits am Morgen bei einer Diskussion mit Schülern im Sauerland deutlich zum Iran-Krieg geäußert und den USA eine fehlende Strategie vorgeworfen. "Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung", sagte er. Die USA könnten den Krieg nicht rasch beenden, "weil die Iraner offensichtlich stärker sind als gedacht und die Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich überzeugende Strategie haben", so Merz.
Ob Trump diese letzten Aussagen von Merz überhaupt mitbekommen hat und ob sie bei ihm den Wunsch nach einer Reaktion ausgelöst haben, ist derzeit nicht klar. Zum Start seiner Amtszeit galt Merz noch als jemand mit besonders gutem Draht zu Trump. In den vergangenen Monaten zeigen sich aber immer mehr Risse. Trump hat Merz bereits mehrmals kritisiert.