1:1! Nach dem Auftaktsieg gegen Schottland (2:0) holte Tschechien am Freitag gegen Vizeweltmeister Kroatien einen Punkt und darf sich damit schon große Hoffnungen auf die Achtelfinal-Teilnahme bei der EURO machen. Tschechien und England halten bei vier Punkten, Kroatien und Schottland bei je einem. Die besten zwei Länder qualifizieren sich automatisch für die K.o.-Phase. Mit vier Punkten stehen die Chancen gut, als einer der vier besten Gruppendritten ins Achtelfinale einzuziehen.
Tschechien bejubelt seinen EM-Helden Patrik Schick. Der Stürmer von Bayern Leverkusen erzielte alle drei Turniertore seiner Nation. Im ersten Spiel ließ er die Fußball-Welt mit seinem Treffer aus knapp 50 Metern Entfernung staunen. Gegen Kroatien schoss er das zwischenzeitliche 1:0 per Elfmeter (37.), ehe Ivan Perisic die kroatischen Chancen auf den Verbleib im Turnier mit dem Ausgleich am Leben erhielt (47.).
Der Strafstoß mag nicht ganz so spektakulär wie sein Weitschuss gegen Schottland gewesen sein – alltäglich war der Treffer aber nicht. Denn: Das Foul, das zum Elfmeterpfiff geführt hatte, hatte am tschechischen Torjäger Spuren hinterlassen. Dejan Lovren hatte Schick im Luftduell den Ellbogen ins Gesicht gerammt. Dem Gefoulten war das Blut förmlich aus der Nase geschossen.
Trotzdem sagte Schick: "Ich fühlte mich bereit, den Elfmeter zu schießen. Ich habe ihn, wie ich wollte, neben die linke Stange geschossen. Ich habe schon davor entschieden, ihn hart in diese Richtung zu schießen. Der Torhüter ist in die andere Richtung gesprungen, also war alles gut. Ich habe fest daran geglaubt, dass der Elfmeter drinnen ist."
Dass der 25 zum Elfmeter antreten konnte, verdankte er einem ungewöhnlichen Helfer: einem Hygieneprodukt, das üblicherweise anderweitig zum Einsatz kommt. Schick verriet nach dem Spiel: "Ich hatte Tampons in der Nase und konnte schlechter atmen, aber irgendwie haben wir es geschafft."
Die Tampons stoppten den Blutfluss. Ohne sie hätte Schick noch nicht am Spiel teilnehmen dürfen. Blutende Wunden müssen laute Reglement gestoppt werden, ehe ein Kicker wieder am Spielgeschehen teilnehmen darf. Das blutverschmierte Trikot der Spielers musste getauscht werden.