Tschetschenen-Mord – Schütze muss bald vor Gericht

Festnahme des Verdächtigen in Linz
Festnahme des Verdächtigen in Linzkerschi.at
Nach dem Leibwächter muss jetzt der mutmaßliche Todesschütze von Blogger Martin B. demnächst vor Gericht. Sar A. soll in Gerasdorf abgedrückt haben.

Erst im April hatte der Leibwächter (37) des Kadyrow-Kritikers Mamichan U., alias Martin B., vor Gericht in Korneuburg gestanden. Er soll versucht haben, auf den Schützen Sar A. zu schießen, fasste in der Folge 14 Jahre Haft aus - mehr dazu hier.

Demnächst muss auch der mutmaßliche Todesschütze Sar A. (47) vor Gericht. Dies bestätigt auch die Staatsanwaltschaft Korneuburg nach einem "Kurier"-Artikel.

Festnahme in Linz

Rückblick: Der 43-jährige Exil-Tschetschene mit Wohnsitz in Wien-Donaustadt war am ersten Samstag im Juli 2020 vor einem Gewerbebetrieb in Gerasdorf (Bezirk Korneuburg) erschossen worden. Leibwächter Ahmed A. wählte den Notruf. Im Zuge der großräumigen Alarmfahndung mit Unterstützung der Wega und Cobra konnte der mutmaßliche Schütze, Sar-Ali A. (47), nur knapp zwei Stunden nach der Bluttat in Linz festgenommen werden - mehr dazu hier.

Für Ahmed A. klickten dagegen noch am Tatort die Handschellen, wobei der 37-Jährige beim Eintreffen der Einsatzkräfte der Polizei eine defekte Faustfeuerwaffe aushändigte.

Sar A. droht lebenslang

Ahmed A., ebenfalls wie der tote Martin B., Kritiker von Kadyrow, begleitete den 43-Jährigen seit längerer Zeit auf Schritt und Tritt, war sein Leibwächter. Denn Polizeischutz hatte der 43-jährige Ex-Informant des Verfassungsschutzes nie wollen und daher stets abgelehnt.

Sar A. gilt indes als glühender Kadyrow-Anhänger. Der Leibwächter soll Martin B. zu einem Treffen mit Sar A. am 4. Juli 2020 noch abgeraten haben. Laut Anklage soll Sar A. den 43-Jährigen aus nächster Nähe erschossen haben.

Der 47-Jährige zeigte sich bis dato aber nicht geständig. DNA und Schmauchspuren an der Kleidung belasten den Verdächtigen jedoch schwer. Der Prozess soll im Sommer - unter strengen Sicherheitsvorkehrungen - stattfinden. Sar A. droht dabei eine lebenslange Haftstrafe. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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