Chelsea gewann die Champions League, startete bärenstark in die neue Saison und führte die Premier League im Herbst an. Seit Wochen ist beim Team von Trainer Thomas Tuchel nun aber der Wurm drin.
Verletzungen und Coronafälle scheinen die Blues aus dem Tritt gebracht zu haben. Ausrutscher gegen vermeintlich kleine Gegner bauten Druck auf. Manchester City enteilt an der Tabellenspitze. Das bis vor Kurzem noch so brandgefährliche Chelsea hat selbst gegen die Nachzügler der Liga Probleme mit dem Toreschießen. Die Verfolger West Ham, Tottenham und Manchester United sind drauf und dran aufzuschließen und den schon sicher geglaubten Champions-League-Platz wegzuschnappen.
Es gibt schon erste Berichte, dass die Unruhe im Chelsea-Board steigt, erste Zweifel an der Zukunft mit Tuchel aufkeimen. Romelu Lukaku, Star-Neuzugang im Sommer, hat sich also einen denkbar ungünstigen Zeitpunkt ausgesucht, um mit einem unautorisierten Interview an die Öffentlichkeit zu gehen.
Er sei unglücklich. Rückblickend bereut er allem Anschein nach seinen Abgang von Inter Mailand, der ohnehin nur wegen der Geldnöte des italienischen Meisters passierte. Der Systemwechsel von Tuchel behagt ihm nicht. Er liebäugelt mit einer Inter-Rückkehr. Das sind die Kernaussagen des Gesprächs mit "Sky", das auf der Insel für ein mittelschweres Beben sorgt.
Der deutsche Trainer ist fuchsteufelswild. Er kritisiert Lukaku öffentlich für sein Verhalten, Interna nach außen zu tragen, kündigt Konsequenzen an. Am Sonntag wird deutlich: Tuchel meint es ernst. Lukaku ist aus dem Kader geflogen. Ausgerechnet vor dem Topspiel gegen Liverpool ist der Belgier nicht im Aufgebot der Londoner.
Es wäre nicht das erste Mal, dass Tuchel eine Kabine und kurz darauf seinen Job verliert. Schon bei Dortmund musste er nach kurzer Zeit trotz des Pokal-Triumphs gehen, nachdem tiefe Risse zwischen Spielern und ihrem Coach, Differenzen zwischen Tuchel und den BVB-Bossen bekannt geworden waren.
Das Topspiel Chelsea gegen Liverpool steigt am Sonntag um 17:30 Uhr.