Tunesien-Wahl: Säkulare gewinnen vor Islamisten

Nach Hochrechnungen hat die säkulare Allianz Nidaa Tounes die Parlamentswahl in Tunesien gewonnen. Das Parteienbündnis liegt mit 83 Mandaten klar vor der islamistischen Ennahda-Partei mit 68 Mandaten. Weitere Mandate in dem 217 Sitze umfassenden Parlament verteilten sich auf eine Vielzahl an kleineren Parteien.

Offizielle Ergebnisse sind noch ausständig. Die Wahlbeteiligung lag nach ersten Erkenntnissen bei knapp 60 Prozent - deutlich höher als vor drei Jahren.

"Echte" Regierung kommt

Es war die zweite Wahl einer Legislative seit dem Sturz von Langzeitherrscher Zine el Abidine Ben Ali im Arabischen Frühling 2011. Aus der ersten Abstimmung vor drei Jahren war die Ennahda mit Abstand als stärkste Kraft hervorgegangen. Nach der Ermordung zweier Oppositionspolitiker mutmaßlich durch Salafisten und einer monatelangen politischen Krise zogen sich die Islamisten aber aus der Regierung zurück und machten den Weg für ein Expertenkabinett frei, das bis heute regiert.

70.000 Sicherheitskräfte im Einsatz

Nun kann das derzeitige Übergangskabinett von einer gewählten Regierung abgelöst werden. Aus Angst vor Terroranschlägen militanter Islamisten waren während des Urnengangs mehr als 70.000 Polizisten und Soldaten im Einsatz.
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