Welt

Türkei: Syrischer Kurde zündete Bombe in Ankara

Heute Redaktion
14.09.2021, 13:57

Nach dem Anschlag auf einen Militärkonvoi mit 28 Toten und über 60 Verletzten in Ankara hat Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan Vergeltung angekündigt. Laut Premier Ahmet Davutoglu hat ein syrischer Kurde die Bombe in einem Pkw gezündet. Am Donnerstag folgte der nächste Anschlag, in der Provinz Diyarbakir wurden sechs Soldaten getötet. Der Asylgipfel in Brüssel wurde abgesagt.

Nach dem .

Ein "extrem lauter Knall" war am Mittwochabend in Ankara zu hören. Als ein Militärkonvoi an einer Ampel hielt, kam es zur Explosion. Mindestens zwei Busse gingen in Flammen auf. Für zwei Dutzend Menschen kam jede Hilfe zu spät.

Bereits am Tag nach der Tat will die Regierung die Drahtzieher des Anschlags kennen. Neun Verdächtige sind laut Ministerpräsident Ahmet Davutoglu festgenommen worden. Die syrische Kurdenmiliz YPG habe den Anschlag gemeinsam mit der PKK ausgeführt, sagte der Regierungschef am Donnerstag.

PKK: "Wissen nicht, wer das getan hat"

Die Arbeiterpartei Kurdistans verneinte das. "Wir wissen nicht, wer das getan hat", sagte PKK-Kommandeur Cemil Bayik. Es könne aber ein Vergeltungsschlag für die Massaker in Kurdistan gewesen sein. Die Türkei geht im Süden der Türkei gegen die PKK-Rebellen vor.

Nähster Anschlag auf Konvoi: sechs Soldaten getötet

Am Donnerstag kamen sechs Soldaten bei einem weiteren Anschlag auf einen Militärkonvoi in Lice in der Provinz Diyarbakir ums Leben. Behörden vermuten auch hinter diesem Attentat die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK).

Zeitung: Fingerabdrücke identifizieren Verdächtigen

Davutoglu bestätigte, dass der Täter Mitglied der YPG-Miliz ist. Er forderte die Verbündeten der Türkei auf, gemeinsam gegen die etwa von den USA unstützte Miliz vorzugehen.

Laut der regierungsnahen Zeitung "Yeni Safak" soll der Mann Salih N. heißen. Der Verdächtige sei durch Fingerabdrücke, die bei seiner Einreise in die Türkei als Flüchtling genommen worden waren, identifiziert worden. Der Wagen, in dem die Bombe detonierte, war vor zwei Wochen in Izmir angemietet worden.

Eine offizielle Bestätigung steht noch aus. In einem anderen Medienbericht wurden Kämpfer der von der Türkei als terroristische Organisation eingestufte kurdischen Arbeiterpartei als mögliche Täter genannt. Noch hat sich niemand zu den Anschlägen bekannt.

Erdogan kündigt Vergeltung an

Die Türkei werde ihr "legitimes Recht nutzen, sich immer und überall zu verteidigen", kündigte Erdogan an. Die Regierungspartei AKP sprach von einem "heimtückischen Terrorakt".

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