Türken bejubeln "Triumph" über die EU

Beim EU-Gipfel Ende nächster Woche könnte der am Montag noch nicht fixierte Pakt der EU mit der Türkei endgültig besiegelt werden. Türkische Medien jubeln aber schon jetzt.

Beim Ende nächster Woche könnte der am Montag noch nicht fixierte Pakt der EU mit der Türkei endgültig besiegelt werden. Türkische Medien jubeln aber schon jetzt.

Schlagzeilen wie "Davutoglu holt sich alles, was er will", "Die EU-Spitzen trauten sich keinen Mucks" oder "Türkei hat Druck gemacht und bekommt die Visa-Freiheit" prangten auf allen Zeitungs-Covers – auch von regierungskritischen Blättern.

"Die Stimmung in den Medien ist: Die ganze EU liegt der Türkei zu Füßen", so die Nationalratsabgeordnete Berivan Aslan. Die Grüne ist selbst gebürtige Kurdin. Präsident Erdogan werde jetzt von vielen als "dritter Machtpolitiker neben Obama und Putin" dargestellt.

Dabei kritisiert Aslan die Gespräche der EU mit der Türkei scharf: "Europa lässt sich von Erdogan erpressen – mit den Flüchtlingen als politisches Druckmittel." Statt Bedingungen zu stellen, schaue die EU in Sachen Rechtsstaatlichkeit und Kurdenfrage "komplett weg".

Visa-Freiheit

Wenn die Visa-Freiheit für Türken tatsächlich kommt, sieht Aslan die Gefahr, dass Schlepper Flüchtlinge mit gefälschten Pässen ausstatten und nach Europa schicken. Nachsatz: "Wenn der Friedensprozess in der Türkei nicht wieder einkehrt, werden zehn Millionen Flüchtlinge (Kurden) statt  zwei Millionen vor den Toren Europas stehen."

Aus diesem Grund müsse der Friedensprozess endlich von der EU angesprochen und betreut werden. "Die Flüchtlingszahlen können wir nur durch eine effektive Friedenspolitik reduzieren."

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