Strache & Kern: Wer hat besser abgeschnitten?

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und SPÖ-Chef Chrsitian Kern
FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und SPÖ-Chef Chrsitian KernBild: Puls 4
Ein angeschlagener Bundeskanzler Kern stellte sich im Puls4-Duell Heinz-Christian Strache. Was als Schlagabtausch angekündigt wurde, verlief geradezu unheimlich harmonisch.
Sachthemen, Inhaltliches und Einstimmigkeit - das Wahlduell zwischen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und Christian Kern lief so ganz anders ab als angenommen. Statt verbaler Hiebe gab es beinahe "live übertragene Koalitionsverhandlungen", wie es Veit Dengler im "Runden Tisch" danach bezeichnete.

Zwischendurch gaben sich Christian Kern und Heinz-Christian Strache so einträchtig und harmonisch, dass Moderatorin Corinna Milborn skeptisch wurde.

Als sie nachfragt, woher dieser unerwartete Stil kommt, erklärt Strache: "Ich glaube, das schulden wir unseren Bürgerinnen und Bürgern, dass wir einen inhaltlichen Diskurs führen. Es geht..." - "um Inhalte", beendet Kern den Satz etwas wölfisch lächelnd. "Was bedeutet ihr Lächeln?", fragt sie Kern. Der meint: "Das ist nur mein etwas eigener Humor."

Inhaltlich wurde einiges abgearbeitet:

Schmutzkampagnen

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Wer geglaubt hatte, Strache nehme Kern sofort in den Silberstein-Schwitzkasten, wird enttäuscht. Kern verspricht völlige Aufklärung, was Strache offenbar genügt. Sie lächeln sich an.

Mieten

Kern wettert gegen Immobilienspekulanten und verteidigt seine geplante Obergrenze für Mieten. Strache will davon nichts wissen, und pocht aber ebenfalls leistbare Mieten.

Pensionen

Kern verteidigt das Pensionssystem als sicher und erhält dafür blaue Unterstützung. Auch Strache hält nichts von "Angstmacherei". Der Ton ist erstaunlich höflich.

Islamismus

Strache nimmt islamistische Moscheen ins Visier, auch Kern fordert "Konsequenzen". Beide sind sich fast einig.

Sicherheit Strache hält Kern Untätigkeit bei der Verfolgung von potentiellen Terroristen vor. Aber auch Kern will gegen den politischen Islam vorgehen. Langsam bricht Harmonie aus.

Europa

"Leider" habe Kern die "stolzen Europäer" der FPÖ bei der EU angeschwärzt, sagt Strache. Kern meint, dass Strache in der EU immer „mit Schmuddelkindern gespielt" habe. Deshalb gebe es Vorbehalte. Aber bös ist man einander nicht.

Koalition

Strache will "niemaden ausschließen" und nennt Sebastian Kurz seine "beste Kopie". Kern widerspricht nicht.





Kern von Strache-Geschenk gerührt

Kern schenkt zuletzt Strache "Schwarz-Blau. Eine Bilanz" von Emmerich Talos. Das kann man wohl als halben Vorwurf und eine halbe Warnung vor der Kurz-ÖVP.

Strache schenkte Kern den Roman "Plötzlich Prinzessin", damit dieser lernt "diversen persönlichen Angriffen, auch aus der eigenen Partei, mit Humor zu begegnen", wie er sagte. Kern war sichtlich bewegt. "Eine sehr schön und faire Geste, das weiß ich sehr zu schätzen", bedankte er sich und hätte Strache beinahe noch zu einen gemeinsamen DVD-Abend verführt.

Video: Strache: "Hass und Hetze hat in der Politik nichts verloren!:





Der Live-Ticker zum Nachlesen

(hos)

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