Bedrückende Reaktion auf US-Einreisestopp: Ein Twitter-Account gibt den Passagieren der St. Louis ein Gesicht und eine Stimme. Der Dampfer wurde 1939 an der US-Grenze abgewiesen und musste zurück nach Europa. Die 937 jüdischen Flüchtlinge an Bord wurden von den Nazis in Konzentrationslager deportiert - ein Viertel von ihnen wurde ermordet.
Bedrückende Reaktion auf US-Einreisestopp: gibt den Passagieren der St. Louis ein Gesicht und eine Stimme. Der Dampfer wurde 1939 an der US-Grenze abgewiesen und musste zurück nach Europa. Die 937 jüdischen Flüchtlinge an Bord wurden von den Nazis in Konzentrationslager deportiert - ein Viertel von ihnen wurde ermordet.
"Mein Name ist Joachim Hirsch. Ich wurde 1939 an der US-Grenze abgewiesen und in Auschwitz ermordet", lautet ein Tweet. Darunter ist das Foto eines kleinen Buben zu sehen. Der Tweet zeigt einen von 937 jüdischen Flüchtlingen, die im Jahr 1939 auf dem Passagierdampfer St. Louis zuerst nach Kuba und dann in die USA einreisen wollten.
My name is Joachim Hirsch. The US turned me away at the border in 1939. I was murdered in Auschwitz
— St. Louis Manifest (@Stl_Manifest)
Sowohl die kubanischen als auch die US-Behörden wiesen das Schiff ab, das daraufhin nach Europa zurückkehren musste. Die jüdischen Passagiere wurden von den Nazis verhaftet und in Konzentrationslager deportiert. 257 von ihnen wurden ermordet. Das gibt den Opfern einen Namen und zum Teil auch ein Gesicht.
Zeitgleich mit US-Einreisestopp
Das Twitter-Projekt startete am Freitag, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Der Zeitpunkt hätte nicht passender sein können: Am Samstag unterzeichnete der US-Präsident Donald Trump ein Dekret, dass Menschen aus insgesamt sieben mehrheitlich muslimischen Ländern die Einreise in die USA verbietet. Davon betroffen sind auch anerkannte Flüchtlinge und jene, die ein gültiges Einreisevisum für die USA haben.
Eine Auswahl der Tweets:
My name is Regina Blumenstein. The US turned me away at the border in 1939. I was murdered in Auschwitz
— St. Louis Manifest (@Stl_Manifest)
My name is Fritz Zweigenthal. The US turned me away at the border in 1939. I was murdered in France
— St. Louis Manifest (@Stl_Manifest)
My name is Flora Wilmersdörfer. The US turned me away at the border in 1939. I was murdered in Auschwitz
— St. Louis Manifest (@Stl_Manifest)
My name is Charlotte Weinstock. The US turned me away at the border in 1939. I was murdered in Sobibor
— St. Louis Manifest (@Stl_Manifest)
My name is Walter Weinberg. The US turned me away at the border in 1939. I was murdered in Auschwitz
— St. Louis Manifest (@Stl_Manifest)
My name is Leopold Dingfelder. The US turned me away at the border in 1939. I was murdered in Auschwitz
— St. Louis Manifest (@Stl_Manifest)