Das Ex-Supermodel Tyra Banks (52) hat beim Bundesgericht in Los Angeles Klage gegen Netflix eingereicht. Im Visier: die dreiteilige Dokumentation "Reality Check: Inside America's Next Top Model".
Die Erfinderin und langjährige Moderatorin der Kult-Castingshow "America's Next Top Model" wirft Netflix vor, ihre Aussagen gezielt aus dem Zusammenhang gerissen zu haben. Sie sei dreieinhalb Stunden lang interviewt worden, doch nur etwa 16 Minuten davon seien in der fertigen Doku zu sehen.
Wie "Bild" berichtet, wiegt für Banks besonders der Vorwurf schwer, sie habe von einem sexuellen Übergriff auf eine Kandidatin gewusst. Die Doku vermittle den Eindruck, sie habe keine Erinnerung an den Vorfall, doch laut Klage wurde ihre vollständige Antwort einfach abgeschnitten.
"Die Verantwortung, die Frau Banks übernommen hat, landete auf dem Boden des Schneideraums", schreiben ihre Anwälte in der Klageschrift. Tyra habe an der Doku teilgenommen, weil sie offen über das Erbe der Show sprechen wollte, auch über kritische Aspekte.
Die Klage richtet sich neben Netflix auch gegen die Regisseure Daniel Sivan (43) und Mor Loushy (44) sowie das Produktionsunternehmen EverWonder Studio. Banks fordert Schadensersatz sowie eine einstweilige Verfügung, die die Nutzung ihres Bildes im Zusammenhang mit dem Doku-Soundtrack untersagen soll.
"America's Next Top Model" startete 2003 und brachte es bis 2018 auf insgesamt 24 Staffeln. In den vergangenen Jahren wurde das Format zunehmend kritisch betrachtet. Ehemalige Teilnehmerinnen warfen der Sendung Bodyshaming und problematische Fotoshootings vor.
Banks selbst hatte bereits eingeräumt, dass es "unsensible Momente" und "einige wirklich schlechte Entscheidungen" gegeben habe. Laut Klage durfte sie die fertige Netflix-Doku erst einen Tag vor Veröffentlichung sehen, jedoch ohne die Chance, auf die Vorwürfe zu reagieren.