U-Bahnstreik stürzt London ins Chaos

Ein Streik der Londoner U-Bahn hat die britische Hauptstadt am Donnerstag in den Ausnahmezustand versetzt. Es ist der erste Komplettstillstand seit 13 Jahren. Menschen stehen stundenlang Schlange um sich in hoffnungslos überfüllte Busse zu zwängen.

Ein Streik der Londoner U-Bahn hat die britische Hauptstadt am Donnerstag in den Ausnahmezustand versetzt.  Es ist der erste Komplettstillstand seit 13 Jahren. Menschen stehen stundenlang Schlange um sich in hoffnungslos überfüllte Busse zu zwängen.

Wie man sich richtig anstellt, wissen die Engländer ja. Ihre Geduld wurde am Donnerstag jedoch hart auf die Probe gestellt. Wenn in einer Millionenstadt wie London plötzlich nur noch Busse fahren, ist das Chaos perfekt.

Kompletter Stillstand

Das gesamte U-Bahn-Netz steht still und das zum ersten Mal seit 2002. Der Streik begann schon am Mittwoch um 18.30 Uhr (Londoner Zeit) und wird 24 Stunden dauern. Bis heute Abend müssen sich die Öffi-Fahrer mit Bussen und den S-Bahn-ähnlichen Vorortzügen der "London Overground" begnügen.

Schon vor 06.00 Uhr morgens waren viele Busse komplett voll, sogar die Polizei musste gerufen werden, als sich ein Busfahrer weigerte, mit einem derartig überfüllten Bus weiterzufahren. Auf Twitter teilen Pendler ihre Erfahrungen und Fotos unter dem Hashtag. Manche brauchen für ihren Weg zur Arbeit fast 2,5 Stunden länger.

Busnetz ist überfordert

Wer einen der überfüllten Busse erwischte, konnte sich aber schon glücklich schätzen. Unendlich lange Schlangen an den Bushaltestellen, und dann auch noch Busse, die einfach vorbeifahren. Martin Mc Hugh berichtet auf Twitter: "Jeder Bus in meiner Straße ist direkt an der Haltestelle vorbeigefahren. Alles was ich sehen konnte waren an die Busfenster gepresste Gesichter."

 

Every bus on my road went straight by the bus stop this morning. All I could say was faces pressed against the bus windows.
— Martin Mc Hugh (@mmchugh5)

Streik wegen Nacht-U-Bahn

Die Beschäftigten wollen mehr Geld, weil sie ab September am Wochenende auch nachts arbeiten sollen. Verhandlungen zwischen den Gewerkschaften und den Arbeitsgebern waren am Dienstag abgebrochen worden, was den Streik am Donnerstag zur Folge hatte. Am Freitag will man sich wieder an den Verhandlungstisch setzen.

Die Londoner U-Bahn, die von den Londonern "Tube" genannt wird, benutzen täglich vier Millionen Menschen. 535 Züge sind täglich im Einsatz.

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