U-Haft: Infizierte maskenloser Arzt gesamten Ort?

Das gesamte Gasteinertal stand bereits Ende März 2020 unter Quarantäne
Das gesamte Gasteinertal stand bereits Ende März 2020 unter QuarantäneEXPA / APA / picturedesk.com
Der Arzt war im Ort bereits als Maskengegner bekannt. Trotz positivem Test behandelte er weiter Patienten. Nun ist der Ort in Quarantäne.

Die Pongauer Gesundheitsbehörden gehen gerade einem schlimmen Verdacht nach. Besteht ein Zusammenhang zwischen den explodierenden Fallzahlen in Bad Hofgastein (Salzburg) und einem infizierten Arzt, der fröhlich weiter Patienten behandelte? Die Ermittlungen laufen.

Das berichtet ein Artikel der Salzburger "Kronen Zeitung". Auch Bürgermeister Markus Viehauser zeigt darin seinen Unmut und spricht von einer "mittleren Katastrophe". Eine, die sich offenbar bereits angebahnt hat.

Bekannter Maskengegner

In einem mittelgroßen Ort wie Bad Hofgastein mit seinen 6.800 Einwohnern sprechen sich sonderbare Vorkommnisse schnell herum. Bereits seit längeren irritierte der Arzt Bewohner und Patienten. Ein ehemaliger Patient erzählt der "Krone": "Er ist ohne Maske in eine Apotheke im Ort gegangen. Wenn ich nicht selbst schon Corona gehabt hätte, wäre ich sicher nicht zu ihm in Behandlung gegangen."

Unerklärlicherweise sah sich der Arzt, der von den Maßnahmen offenbar nicht so viel hält, plötzlich mit einem positiven Schnelltest konfrontiert. Noch am selben Tag behandelte er einen Patienten ohne Maske und Abstand in seiner Praxis. Eine Anzeige folgte.

Selbst das hielt ihn aber nicht davon ab, weiter seinem Beruf nachzugehen. Trotz positivem PCR-Test erschien der Mittvierziger am Mittwoch erneut bei seiner Ordination. Dort setzte es dann die Festnahme.

Vertrag aufgelöst

Die Staatsanwaltschaft Salzburg ermittelt nun wegen vorsätzlicher Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten, denn Corona ist eine meldepflichtige Erkrankung. Bis zu drei Jahre Haft drohen. "Es ist besorgniserregend, wenn gerade ein Arzt die Hygiene-Maßnahmen missachtet", so Staatsanwältin Elena Haslinger.

Konsequenzen zog auch bereits die Gesundheitskassa ÖGK: "Ich habe bereits alles dazu eingeleitet", den Vertrag des Arztes aufzulösen, so Obmann Andreas Huss. Seit Donnerstag befindet ich der Arzt in Untersuchungshaft.

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