Plötzlich ist neues Album da

U2 rechnen schonungslos mit den USA ab

Sechs neue Tracks, viel Zorn: U2 melden sich mit dem Protestalbum "Days of Ash" eindrucksvoll zurück.
Jochen Dobnik
19.02.2026, 13:53
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Die irische Rockband U2 meldet sich mit unerwarteter Wucht zurück. Ohne Vorankündigung veröffentlichte die Gruppe die sechsteilige EP "Days of Ash", die sich als unmittelbare Reaktion auf das aktuelle Weltgeschehen versteht.

Die Stücke greifen Themen wie den Krieg in der Ukraine, die Lage in Israel sowie das Vorgehen der US-Regierung gegen Einwanderer durch die Behörde ICE auf.

Im Zentrum steht der erste wirklich neue Song seit neun Jahren: "American Obituary". Der mitreißende Punkrock-Track ist eine scharfe Abrechnung mit der US-Politik und thematisiert einen tödlichen Einsatz der Einwanderungsbehörde in Minneapolis.

Gewidmet ist das bewusst dornige Stück Renée Good, einer dreifachen Mutter, die dabei ums Leben kam. Sänger Bono formuliert darin kämpferisch: "The power of the people is so much stronger than the people in power" – die Macht der Menschen sei stärker als die Menschen an der Macht. Zweifel an dieser Haltung lässt der Song nicht aufkommen.

In einem Begleittext erklärt die Band, sie habe die Lieder einfach veröffentlichen müssen – es seien "unmittelbare Reaktionen", Songs der Bestürzung und des Widerstands, teils auch reine Klagelieder.

Gleichzeitig verstehen U2 die EP als Zwischenruf und nicht als endgültiges Statement.

Denn im Hintergrund arbeitet die Band intensiv an weiterem Material. Im Interview mit dem offiziellen U2-Fanzine "Propaganda" berichtet Bono, es seien deutlich mehr als 25 Songs in Arbeit.

Die potenziellen Albumtitel unterschieden sich in Stimmung und Thematik stark von den EP-Stücken: Statt Klage dominiere dort eine trotzige, freudige Energie, fast eine Karnevalsatmosphäre, die den ängstlichen Zeiten etwas entgegensetzen solle.

Man könne nur eine gewisse Zeit gegen die Dunkelheit ansingen, so Bono weiter. Nun gehe es darum, das Licht heller zu machen – in sich selbst, in der Band und gemeinsam mit dem Publikum. "Ernsthafter Spaß" sei notwendig; man dürfe nicht zulassen, dass schlechte Nachrichten dauerhaft die guten übertönen.

{title && {title} } dob, {title && {title} } Akt. 19.02.2026, 13:58, 19.02.2026, 13:53
Mehr zum Thema
Jetzt E-Paper lesen