Politik

Über 900 Asylwerber bei Altersdiagnose überführt

Heute Redaktion
14.09.2021, 00:48

Die Behörden führten 2016 fast 4.000 Handrücken-Röntgen durch, um die Minderjährigkeit von Asylwerbern festzustellen. 919 Mal wurde sie widerlegt.

Die Zahl der Fälle, in denen das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl Röntgen-Aufnahmen wegen Zweifeln an der behaupteten Minderjährigkeit in Auftrag gibt, steigt rasant. 2014 waren es erst 1.458 Untersuchungen, ein Jahr später bereits 2.826 und im Vorjahr sogar 3.943 Fälle. Nicht immer können mit diesen Röntgen allerdings eindeutige Aussagen im Hinblick auf Voll- oder Minderjährigkeit getroffen werden.

Die Folge: Altersfeststellungs-Gutachten. Diese haben sich seit 2014 auf 2.252 Diagnosen verdreifacht. Mit knapp jedem zweiten, nämlich exakt 919, überführten die Behörden damit die Asylwerber. Das zeigt die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage von Team Stronach-Klubobmann Robert Lugar durch Innenminister Wolfgang Sobotka (VP).

2,9 Millionen Kosten

Laut Angaben Sobotkas beliefen sich die Kosten der medizinischen Altersdiagnosen für das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl im Vorjahr exakt 2.874.449,35 Euro – also mehr als 1.000 Euro pro Fall. Zum Vergleich: 2014 betrugen sie "nur" knappe 66.000 Euro.

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Das Alter lässt sich etwa durch ein Röntgen der Handwurzel oder des Schlüsselbeins feststellen. Es kommen aber auch Untersuchungen der Weisheitszähne zum Einsatz. Die Ergebnisse der Altersfeststellungen sind allerdings nicht unumstritten. Experten kritisieren vor allem methodische Schwächen und die nicht immer ausreichend exakten Resultate. Außerdem wird die Belastung durch die Strahlung ins Treffen geführt. Die Kosten pro Gutachten betragen rund 1.000 Euro.

Lugar kritisiert, dass sich Erwachsene durch diese Falschangaben "auf Kosten der Republik bereichern". Die FPÖ fordert die Abschiebung jener Asylwerber, die nicht ihr richtiges Alter angeben.

(bob)

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