Überfall auf Familie mit Baby: Mastermind ist frei

Die Ausführenden der Home Invasion wurden bereits zu langen Haftstrafen verurteilt.
Die Ausführenden der Home Invasion wurden bereits zu langen Haftstrafen verurteilt.Bild: Matthias Lauber
Nach einer brutalen Home Invasion in Wels wurde der Auftraggeber jetzt zu drei Jahren Haft verurteilt. Er verließ das Gericht aber nach dem Urteil.
Drei Jahre Haft, davon zwei bedingt. So lautete das Urteil gegen einen 26-Jährigen am Landesgericht Linz am Donnerstagabend.

Die Geschworenen befanden: Der Mann ist schuldig, eine Erpressung und einen Raub in Auftrag gegeben zu haben, nicht aber erpresserische Entführung. Das hatte das Staatsanwaltschaft ihm ebenfalls zur Last gelegt.

Gemeinsam mit anderen Tätern (die Ausführenden Täter wurden bereits zu langen Haftstrafen verurteilt) muss er den Opfern zudem 131.430 Euro zahlen. Das Urteil ist rechtskräftig.

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Weil der Mann schon zehn Monate in U-Haft saß, wurde er noch im Gerichtsaal bedingt entlassen. Es wurde Bewährungshilfe angeordnet.

Am 19. Juni 2018 standen bei einer jungen Familie in Wels plötzlich mehrere Männer als Postboten getarnt (einer trug sogar die Uniform eines Paketzustellers) vor der Tür, verschafften sich so Zutritt zur Wohnung – wir berichteten.

Die Täter gingen in weiterer Folge mit äußerster Brutalität vor. Auch dass der Wohnungsinhaber (27) zum Tatzeitpunkt seine erst neun Monate alte Tochter im Arm hielt, schreckte die Männer nicht ab.

Die Angreifer stießen den 27-Jährigen zu Boden und fesselten ihn an einen Stuhl. Seine Lebensgefährtin, die sich im Schlafzimmer aufhielt, wurde ebenfalls gefesselt und geknebelt.

Die Räuber forderten Geld vom Wohnungsinhaber. Denn dies sei er jemandem schuldig. Zudem forderten sie den Onlinezugang, um das Börsenguthaben des Opfers im Wert von 250.000 US-Dollar (216.000 Euro) von einem Krypto-Währungskonto zu transferieren.

Transferiert wurden schließlich 133.000 Euro, zudem nahmen die Täter Wertgegenstände um 7.500 Euro mit. Anschließend flüchteten die fünf Männer. Ein Bekannter befreite die junge Familie.

"Tschetschenen mit großen Muckis"



Hintergrund der Tat dürfte sein, dass ein Freund des jetzt Angeklagten bei einem Krypto-Deal viel Geld verloren hatte. Die Schuld dafür gab er dem Opfer.

Der Angeklagte plante daraufhin laut Anklage den Überfall. Die Verteidigung des Mannes meinte: das Opfer hätte eingeschüchtert werden sollen. Der von ihm beauftrage Rädelsführer hätte bei der Wohnung "mit zwei Tschetschenen mit großen Muckis" auftauchen sollen und Geld verlangen sollen. Es sei darum gegangen, 30.000 Euro für den Freund einzutreiben.

Es sei nie geplant gewesen, jemanden als Geisel zu nehmen. Auch der Einsatz der Waffe sei nicht geplant gewesen. Ziel sei nur "Schulden eintreiben" gewesen und "maximal eine Ohrfeige".



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