Udo Jürgens: Alpträume, dass er erschossen wird

Depressionen, Alpträume, Bindungsängste: Ein neues Buch lässt tief in die Seele der Entertainer-Legende Udo Jürgens (†80) blicken.
Seine Lieder und sein Charme begeisterten Millionen (vor allem weibliche) Fans, doch hinter seiner lässig-eleganten Fassade verbarg sich tiefe Traurigkeit: Ein neues Buch enthüllt nun, dass Entertainer-Legende Udo Jürgens (†80) zeitlebens mit Depressionen kämpfte.

Jede Nacht Schreikrämpfe



Vor fünf Jahren starb Udo Jürgens überraschend an Herzversagen. Mit über 100 Millionen verkauften Tonträgern war der gebürtige Kärntner einer der kommerziell erfolgreichsten Unterhaltungsmusiker im deutschen Sprachraum. Seine Karriere erstreckte sich über nahezu 60 Jahre. Er gewann mit "Merci Cherie" als erster Österreicher 1966 den Grand Prix Eurovision de la Chanson - heute Eurovision Song Contest -, mehrfach den Amadeus Music Award, den Bambi und die Goldene Europa. Doch Udo Jürgens kannte auch die Kehrseite der Medaille.

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Die Sammlung "Am Anfang steht der Größenwahn, am Ende die Demut - Wahrheiten berühmter Menschen von Sven Michaelsen ist im Piper-Verlag erschienen.
Die Sammlung "Am Anfang steht der Größenwahn, am Ende die Demut - Wahrheiten berühmter Menschen von Sven Michaelsen ist im Piper-Verlag erschienen.
Der Zitate-Sammelband "Am Anfang steht der Größenwahn, am Ende die Demut" des Journalisten Sven Michaelsen lässt tief in seelische Abgründe des Musikers blicken: "Ich habe unter Albträumen und chronischer Schlafstörung gelitten", heißt es etwa. "In meinen Träumen bin ich tausendmal zu atonaler Musik erschossen worden. Als Kind hatte ich jede Nacht Schreikrämpfe."

"Brauche Euphorie und Depression"



Auch über seine Bindungsangst sprach Frauenliebling Jürgens mit dem Journalisten. "Was sind schon alle möglichen Verwicklungen der Liebe gegen ein neues Lied?", so der Musiker, der unter anderem für Schlager wie "Ich war noch niemals in New York", "Griechischer Wein" oder "Mit 66 Jahren" verantwortlich zeichnet. Er habe akzeptieren müssen, dass er die Musik ernster nehme als irgendetwas anderes auf dieser Welt.



"Die Liebe ist eine wunderbare Verblendung, aber sie lässt nach. Die Sehnsucht stirbt an der Schwelle der Erfüllung. Und ein Mensch, der keine Sehnsucht mehr hat, verliert seine Kreativität. Aus diesem Grund ist mir eine endgültige Bindung unheimlich", erzählt Jürgens.

Auf professionelle Hilfe verzichtete der Musiker Zeit seines Lebens übrigens ganz bewusst. "Eine Therapie habe ich nie gemacht. Ich will gar nicht leidensfrei sein. Ich brauche das Pendel von Euphorie und Depression, denn Vernunft ist das Ende der Kreativität!", so Jürgens.



Im Vorjahr erhob Udo Jürgens' Sohn John schwere Vorwürfe gegen den Ex-Manager seines Vaters Freddy Burger. "Auf das Alter meines Vaters, seine Wünsche und Ängste wurde zu wenig Rücksicht genommen, obwohl er eindringlich darum gebeten hatte." (mehr dazu HIER)





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