Schon über 16.000 wollen Landbauers Rücktritt

Im Fall um das Nazi-Liederbuch der Burschenschaft "Germania zu Wiener Neustadt" stimmen Tausende im Netz einen Abgesang auf deren Vize an.

"Da trat in ihre Mitte der Jude Ben Gurion: 'Gebt Gas ihr alten Germanen, wir schaffen die siebte Million'": Mit dieser und weiteren Strophen wird im strittigen Liedheft der Holocaust verhöhnt. Herausgegeben hat es 1997 jene Burschenschaft, in der Udo Landabauer bis zu Mittwoch Vize-Vorsitzender war. Während die Staatsanwaltschaft wegen Verstoßes gegen das Verbotsgesetz gegen Unbekannt ermittelt (Strafrahmen: ein bis zehn Jahre Haft), hagelt es für den freiheitlichen Kandidaten in Niederösterreich Kritik.

Landbauer beteuerte, er habe die Passagen nicht gekannt; das Heft immer nur in einer geschwärzten oder unvollständigen Version gesehen. Nicht nur Bundespräsident Alexander Van der Bellen – "Wer immer dafür verantwortlich ist, hat in der Politik nichts zu suchen" – sondern auch bereits mehr als 16.000 Unterstützer einer Online-Petition nehmen ihm das nicht ab. Während die FPÖ noch hinter ihrem Kandidaten für die Niederösterreich-Wahl am Sonntag steht, fordern sie ihn zum Rücktritt auf.

Der Initiator der Aktion, SPÖ-Politiker Michael Rosecker, sagt gegenüber "Heute": "Als ich die Heftigkeit dieser Liedtexte gelesen habe, habe ich mir gedacht, da muss man eine Grenze ziehen." Der stv. Direktor des Karl-Renner-Instituts sieht "bei dieser Brutalität und Grauslichkeit den demokratischen Grundkonsens der Zweiten Republik schwer in Frage gestellt".

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(red)

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