Es geht nicht mehr, die Regierung zieht die Notbremse: Weil die Coronazahlen seit Tagen explodieren und jüngst immer neue Rekordwerte schrieben, gleichzeitig auch die Spitäler am Limit sind – in einem oberösterreichischen Spital mussten Leichen aufgrund der hohen Todeszahlen am Gang abgestellt werden – kommt es in Österreich ab Montag zum Komplett-Lockdown. Gleichzeitig wird eine generelle Impfpflicht für 2022 geplant, Masken soll man ab sofort wieder überall tragen.
Von Entspannung kann bisher noch keine Rede sein: Am Samstag melden die Ministerien 15.297 Corona-Neuinfektionen und 42 Todesfälle in den jüngsten 24 Stunden. Auf Normalstationen werden nun 2.357 Patienten mit Corona behandelt (+6), auf Intensivstationen 524 (+4). Zum Vergleich: Am Samstag vor einer Woche gab es 13.152 Neuinfektionen, 48 Tote, 2.282 Personen aufgrund des Corona-Virus in krankenhäuslicher Behandlung und davon 421 auf Intensivstationen.
Burgenland: 355
Kärnten: 1.764
Niederösterreich: 2.442
Oberösterreich: 3.377
Salzburg: 1.606
Steiermark: 1.514
Tirol: 1.581
Vorarlberg: 788
Wien: 1.870
Bisher gab es in Österreich 1.042.571 positive Testergebnisse. Mit heutigem Stand (20. November, 9:30 Uhr) sind österreichweit 11.993 Personen an den Folgen des Corona-Virus verstorben und 886.136 wieder genesen.
Österreich geht aufgrund der dramatischen Lage in der Nacht von Sonntag auf Montag in einen vierten harten Lockdown – "Heute" berichtete vorab. Die Regierung hat sich mit den Ländern über ein 7-Punkte-Programm zur Eindämmung der Pandemie geeinigt. Alles wie bei den früheren harten Lockdowns – er gilt nun bundesweit für alle, also Ungeimpfte und Geimpfte – tritt wieder in Kraft. Ausgangsbeschränkungen sind den ganzen Tag über (0 bis 24 Uhr) vorgesehen.
Der Knaller: Für Geimpfte und Genesene endet der Lockdown nach 20 Tagen (13.12.) automatisch. Schon nach zehn Tagen wird evaluiert. Ungeimpfte bleiben weiter im Lockdown. Präsenzunterricht wird es weiter geben – allerdings nur für all jene, die es auch wirklich benötigen. Für alle Schulstufen gilt eine Maskenpflicht im Schulgebäude sowie Klassen- und Gruppenräumen. Kinder dürfen jedoch ohne ärztliches Attest zu Hause bleiben.
Die Regierung will zudem beim Impfen massiv aufs Tempo drücken. Maßnahmen dafür: Dritte Dosis bei Vektorimpfsoffen (AstraZeneca, Johnson & Johnson) ab dem vierten Monat empfohlen, dritte Dosis bei mRNA-Impfstoffen (Pfizer, Moderna) ab dem vierten Monat möglich und Verkürzung des Grünen Passes ab spätestens 1. Februar 2022 auf sieben Monate. Damit er gültig bleibt, muss dann ein dritter Stich gemacht werden. Außerdem gibt es scharfe Polizeikontrollen.
Es kommt außerdem zur Einleitung eines Gesetzgebungsverfahrens inklusive eines Begutachtungsverfahrens zur Einführung einer allgemeinen Impfpflicht in Österreich. In Kraft treten soll diese generelle Impfpflicht für alle Personen im impfbaren Alter ebenfalls spätestens am 1. Februar 2022. Die Regierung verweist dabei auf die "Beachtung einer gebotenen verfassungsrechtlichen Frist zur operativen Umsetzung".