Dieser Tage an Allerseelen wird der Verstorbenen gedacht. Der VCÖ weist darauf hin, dass in Niederösterreich allein durch Verkehrsunfälle seit dem Jahr 2000 das Leben von 3.765 Menschen ausgelöscht wurde. Allein heuer starben in Niederösterreich 69 Menschen im Straßenverkehr. Bei einem Crash im Bezirk Korneuburg kam erst am Wochenende eine 25-jährige schwangere Frau ums Leben - mehr dazu hier.
Der VCÖ spricht sich für verstärkte Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen Schnellfahren, Ablenkung und Unachtsamkeit aus. Aber auch der Ausbau des Öffentlichen Verkehrs trage dazu bei, die Verkehrssicherheit zu erhöhen.
"Verkehrsunfälle reißen Menschen plötzlich aus dem Leben. Für Angehörige ist der Unfalltod besonders schlimm. Ein Mensch, mit dem man gestern noch gelacht hat, ist plötzlich nicht mehr da", erinnert VCÖ-Sprecher Christian Gratzer an den Schmerz der Angehörigen von Unfallopfern. Seit dem Jahr 2000 wurde in Niederösterreich das Leben von 3.765 Menschen im Straßenverkehr ausgelöscht, mehr als beispielsweise Gumpoldskirchen Einwohner hat, verdeutlicht der VCÖ. Österreichweit kamen 13.465 Menschen bei Verkehrsunfällen seit dem Jahr 2000 ums Leben.
Seit Jahresbeginn waren in Niederösterreich 69 Verkehrstote zu beklagen, berichtet der VCÖ. Die Opferzahl ist niedriger als zur gleichen Zeit des Vorjahres (76 Verkehrstote). "Es gibt nur eine akzeptable Anzahl an Verkehrstoten und die ist null. Diesem Ziel gilt es so nahe wie möglich zu kommen. Ein Vorbild bei der Verkehrssicherheitsarbeit ist die Schweiz", stellt VCÖ-Sprecher Gratzer fest.
Während in der Schweiz im gesamten Vorjahr 227 Menschen bei Verkehrsunfällen getötet wurden, waren es in Österreich mit 344 um rund 50 Prozent mehr, macht der VCÖ aufmerksam. Und allein in den ersten zehn Monaten des heurigen Jahres war die Zahl der Verkehrstoten in Österreich mit 279 Todesopfern höher als in der Schweiz im gesamten Vorjahr. In der Schweiz sind unter anderem die Tempolimits niedriger als in Österreich: Tempo 80 auf Freilandstraßen, Tempo 120 auf Autobahnen, in den Gemeinden und Städten gibt es zahlreiche Begegnungszonen. Beim Überschreiten von Tempolimits gibt es in der Schweiz de facto Null-Toleranz. "Viele Menschen könnten heute noch am Leben sein, wenn Österreich das gleich hohe Verkehrssicherheitsniveau wie die Schweiz hätte", macht VCÖ-Sprecher Gratzer deutlich.
Der VCÖ spricht sich für verstärkte Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen zu hohes Tempo sowie Ablenkung und Unachtsamkeit aus. Handy am Steuer soll ein Vormerkdelikt werden. Zentral seien zudem Maßnahmen, die die schwächsten Verkehrsteilnehmer - die Kinder - stärker schützen. Im Ortsgebiet ist verstärkte Verkehrsberuhigung sowie Tempo 30 statt 50 wichtig, so der VCÖ. Tempo 50 soll nur dort erlaubt sein, wo es aus Sicht der Verkehrssicherheit zulässig ist. "Wo Menschen unterwegs sind, passieren Fehler. Deshalb ist es die zentrale Aufgabe der Verkehrsplanung, das Verkehrssystem so zu gestalten, dass Fehler keine fatalen Folgen haben. Wir brauchen ein fehlertolerantes, kinderfreundliches Verkehrssystem", betont VCÖ-Sprecher Gratzer.