Politik

Einreiseverbot für ORF-Journalist Wehrschütz

Die Ukraine hat ein Einreiseverbot gegen den österreichischen Journalisten Christian Wehrschütz verhängt.
Heute Redaktion
13.09.2021, 17:58
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Die Ukraine hat am Donnerstag ein Einreiseverbot gegen den ORF-Korrespondenten Christian Wehrschütz verhängt. Das teilte der Sprecher des Außenministeriums in Wien, Peter Guschelbauer, in einer schriftlichen Stellungnahme mit.

Die Information sei von der österreichischen Botschaft in Kiew vom ukrainischen Außenministerium bestätigt worden.

Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) zeigt sich angesichts der Maßnahme empört. Das Einreiseverbot sei ein "in Europa inakzeptabler Akt der Zensur". Gleichzeitig fordert die Außenministerin "die sofortige Aufhebung des Verbots". Das mit europäischen Grundwerten völlig unvereinbare Vorgehen wird von Österreich verurteilt, schreibt Kneissl via Twitter.

Die ukrainischen Behörden werfen dem ORF-Korrespondenten eine "bewusste Verletzung der ukrainischen Staatsgrenze", die "Beteiligung an Rechtfertigungsversuchen der Annexion der Krim" und "antiukrainische Propaganda" vor.

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz protestiert ebenfalls schärfstens gegen das Einreiseverbot: "Das von Seiten der Ukraine mit absurden Vorwürfen begründete Einreiseverbot für Christian Wehrschütz, einen der renommiertesten Experten für Osteuropa, ist ein inakzeptabler Eingriff in die journalistische Berufsausübung, gegen den wir auf das Schärfste protestieren."

Es handle sich um eine beispiellose Einschränkung der Medienfreiheit und Missachtung des öffentlich-rechtlichen Informationsauftrags im Dienst der österreichischen Bevölkerung, die nicht tolerierbar sei. "Wir fordern daher die Ukraine auf, das Einreiseverbot mit sofortiger Wirkung wieder aufzuheben", so der ORF-Generaldirektor in einer Aussendung am Donnerstag.

Keine Akkreditierung

Der ukrainische Botschafter Olexander Scherba hatte dem österreichischen Journalisten schon Mitte Februar eine Frontgebietsakkreditierung verweigert. Begründet hatte er die Entscheidung damit, dass Wehrschütz im Sommer auf einer umstrittenen Krim-Brücke zwischen der annektierten Halbinsel und dem russischen Festland unerlaubterweise gedreht haben soll. Der ORF-Journalist versicherte, dass er die Brücke nie befahren hatte. (ek)

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